Dies ist das Thema der diesjährigen Europäischen Jugendbegegnung 2017, die in der Zeit vom 10. bis 21. November in Sindelfingen stattfindet.
Der Verein „Initiative Städtepartnerschaften Sindelfingen e.V. (ISPAS) freut sich sehr, dass zum achten Mal Gelder der EU über das europäische Förderprogramm «Erasmus+ Jugend in Aktion» genehmigt wurden, um ein großes, partnerschaftliches Jugendprojekt durchzuführen. Das interessante Thema wird innerhalb weniger Tage von den teilnehmenden Jugendlichen aus Deutschland, England, Frankreich, Italien, Kroatien, Polen und Ungarn erarbeitet und am 18. und 19. November im Jugendhaus „Das Süd“ in der Schwertstraße in einer Theater-Performance aufgeführt. Die Dozentinnen, langjährige Mitwirkende der Jugendprojekte, Annette von der Mülbe und Anke Marx konnten auch für das diesjährige Projekt gewonnen werden. Ulrich von der Mülbe hat die künstlerische Leitung und Dorothea Bühler die Projektleitung übernommen. Ein Vorbereitungstreffen mit den Begleitlehrern aus allen teilnehmenden Ländern und je einer jugendlichen Person findet in Sindelfingen vom 21. bis 24. September statt. Bei diesem Treffen wird das von der EU genehmigte Projekt diskutiert und gemeinsam weiter entwickelt. Wir freuen uns, Sie über das Jugendprojekt auf dem Laufenden halten zu dürfen.
schon viel ist über unsere zweite Bürgerfahrt des Jahres gesprochen worden. Nun ist es endlich soweit, und ich kann Ihnen für die Bürgerfahrt nach Sondrio vom 28. September bis 03. Oktober 2017 Programminformationen und ein Anmeldeformular schicken.
Panorama della città di Sondrio
Diese Bürgerfahrt ist eine unserer bisher längsten Reisen. Sie dauert sechs Tage mit fünf Übernachtungen, die immer im gleichen Hotel sein werden. Der Name des Hotels wird Ihnen rechtzeitig mitgeteilt.
Mit Hilfe von Frau Dr. Stefania Stoppani (Stadt Sondrio) wurde das Reiseprogramm zusammengestellt. Neben den gemeinsamen Aktivitäten werden Sie genügend freie Zeit haben, um Sondrio alleine zu erkunden oder eine kleine Wanderung durch die Weinberge zu machen. Dafür ist der Herbst die richtige Zeit.
Bei Interesse an unserer Reise melden Sie sich bitte schnell an. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Um die Reise durchführen zu können, sollten 30 Personen mitfahren. Bitte schicken oder mailen Sie Ihre Anmeldung rechtzeitig, spätestens jedoch bis zum 10. September 2017 an mich zurück. Das detaillierte Programm erhalten Sie dann zusammen mit der Rechnung.
Frau Dr. Gudrun Kemmerling und Frau Italia Frazzetta, in unserem Verein zuständig für Sondrio, werden diese Reise begleiten und ggfl. Dolmetschertätigkeiten übernehmen.
44 Reisende freuten sich auf die Bürgerfahrt nach Torgau; die Reise begann am Donnerstag pünktlich um 07:30 Uhr – leider bei strömendem Regen. Dies tat jedoch der guten Laune der Teilnehmenden keinen Abbruch.
Die erste Station unserer Reise war Erfurt, Landeshauptstadt des Freistaates Thüringen. Nach einem leckeren, mittelalterlichen Mittagessen zwischen Ritterrüstungen und rustikalem Ambiente im Wirtshaus „Christoffel“ warteten zwei Gästeführer für den Stadtrundgang auf uns.
In zwei Gruppen aufgeteilt, gingen wir durch den mittelalterlich geprägten Altstadtkern Erfurts. Vorbei am Collegium Maius, dem ehemaligen Hauptgebäude der Alten Universität und heutigem Landeskirchenamt der evangelischen Kirche. Am Fluss Gera machten wir Station an der Kramerbrücke. Die Kramerbrücke gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen und ältesten Bauwerken Erfurts. Die Besonderheit dieser Brücke ist, dass sie (so unser Stadtführer) die einzige Brücke Europas ist, die eine beidseitige, geschlossene Bebauung mit Fachwerkhäusern aufweist und sie ist Teil des alten Handelswegs „Via Regia“.
Weiter ginge es zum Rathaus und zum „Fischmarkt“ mit seinen wunderschönen Patrizierhäusern aus der Renaissance.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Erfurt 742 zusammen mit der Errichtung des Bistums Erfurt. Im Jahre 1389 wurde die Universität Erfurt als dritte Universität in Deutschland errichtet. Der bekannteste Student dieser Universität war ohne Frage Martin Luther.
Eine weitere Station war der Waidspeicher. Erfurt gehörte bereits im 13. Jahrhundert zu den größten Waidmärkten des Reiches. Das Färberwaid oder auch „Deutsche Indigo“ wurde rund um Erfurt angebaut. Um aus dieser Pflanze die Blaue Farbe zu gewinnen, mussten die Blätter zunächst zu Mus verarbeitet und anschließend zu sogenannten Waidballen geformt und getrocknet werden. Für die endgültige Farbgewinnung, mussten nun die getrockneten Bällchen mit Harnstoff – damals also Urin – angefeuchtet werden. Harnstoff so begehrt, dass vor den Waidspeichern die Passanten sogar bezahlt wurden, wenn sie ihren Urin „abgaben“.
Die knapp zweistündige Stadtführung endete auf dem Domplatz vor dem Erfurter Dom und der Severikirche. Sehenswert im Dom ist die „Gloriosa“, die größte freischwingende mittelalterlichen Kirchenglocke der Welt.
Vom Domplatz hatten wir noch einen schönen Blick auf die barocke Zitadelle Peterberg. Für eine Besichtigung reichte leider die Zeit nicht mehr. Wir mussten ja weiter nach Torgau.
Erfurt, Blick auf die Kramerbrücke
In Torgau angekommen, bezogen wir unsere Hotelzimmer. Anschließend ging es gemeinsam zum Abendessen in das Restaurant „Herr Käthe“. Dort wartete als kulinarischer Abschluss des 1. Abends ein fünfgängiges ‚Reformationsmenü‘ auf uns mit allerlei Köstlichkeiten der damaligen Zeit. Als ersten Gang wurde eine Kürbissuppe serviert, weiter ging es mit einer mit Speck ummantelte Wachtel dazu Hirsebrei. Als dritten Gang gab es sautierten Flussfisch mit Flusskrebsen und anschließend als Hauptgang eine Entenkeule mit Erbsenbrei; zum Nachtisch wurden dann noch äußerst leckerer Plinsen (Pfannenkuchen) mit Apfelkompott aufgetischt. Bei diesem Essen wurden wir wirklich in die Zeit von Martin Luther versetzt. Müde und satt beendeten wir den ersten Tag unserer Reise
Der zweite Tag, Freitag, war unser „Torgau-Tag“.
Um 10 Uhr empfing uns Frau Oberbürgermeisterin Barth im wunderschönen Rathaus der Stadt. Bei Getränken und Keksen wurden wir mit einem Film über Luthers Frau Katherina auf unsere anschließende Stadtführung eingestimmt. Schülerinnen und Schülern des Torgauer Gymnasium haben diesen Film erarbeitet und produziert. Nach dem Empfang ging es mit Katharina von Bora (auch Herr Käthe oder Katharina Luther genannt) in Person von Frau Meinel, in Gewand und Sprache der Reformationszeit durch die schöne Stadt Torgau.
Empfang durch Frau Oberbürgermeisterin Barth; hier Brigitte Stegmaier, Vorsitzende links, sowie Alexandra Keller, stellvertretende Vorsitzende, rechts
Ein Stadtbummel durch die historische Altstadt von Torgau gleicht einer Zeitreise in die Renaissance. Besonders beeindruckend ist der Markt mit dem Renaissance-Rathaus und dem Ensemble prächtiger Patrizierhäuser. Zudem befinden sich in der Stadt das älteste Spielwarengeschäft Deutschlands und eine der ältesten Apotheken Sachsens, die Mohrenapotheke.
Viel Zeit verbrachten wir in dem zum Museum ausgebauten Bürgermeister Ringenhain-Haus. Dieses von außen schlichte Bürgerhaus überrascht innen mit seinen aufwendig gestalteten Decken- und Wandgemälden des 16. Jahrhunderts. Historische Möbel und Einrichtung verschafften uns einen Einblick in die Lebensweise der damaligen Zeit. Das Ringenhain-Haus ist das kultur- und kunsthistorisch bedeutendste Bürgerhaus der Renaissance in Mitteldeutschland.
„Torgaus Bauten übertreffen an Schönheit alle aus der Antike“, hat Martin Luther gesagt. Das gilt damals wie heute: 500 Baudenkmale im Stil der Renaissance und der Spätgotik machen Torgau in Sachsen zu einem städtebaulichen Kleinod von internationalem Rang.
Der große Wendelstein
Das beeindruckendste Bauwerk der Stadt ist Schloss Hartenfels mit dem großen Wendelstein: Wie ein Schneckenhaus führt die elegant gewundene steinerne Treppe nach oben. Die Schlosskirche wurde nach Luthers Vorgaben errichtet und von Reformator 1544 persönlich geweiht. Doch nicht nur Luther selbst wird in Torgau geehrt. 1552 floh seine Witwe vor der Pest mit ihren Kindern nach Torgau, wo sie kurz darauf verstarb. In ihrem Sterbehaus erinnert ein Museum an die „berühmteste Pfarrfrau der Welt“, Katharina von Bora.
Stimmungsvoller Abschluss der Stadtführung war ein Orgelkonzert von Ekkehard Saretz in der Schlosskirche. Herr Saretz war schon des Öfteren für Orgelkonzerte in Sindelfingen.
Der Nachmittag stand zur freien Verfügung, damit jeder Torgau für sich genießen konnte. Am Abend trafen sich alle im Café im Schloss. Diesen Abend organisierte für uns Eberhard Sowa, der seit vielen Jahren immer wieder zum Straßenfest nach Sindelfingen kommt, aber auch als Nikolaus an unserem Weihnachtsmarkt bekannt ist. Wir erfreuten uns an einem lecker leichten Sommerbüffet und Gesangseinlagen.
Schlosskirche zu Wittenberg
Der dritte Tag unserer Reise führte in die Lutherstadt Wittenberg.
Wir begannen unsere Erkundigungen mit einer wunderschönen Panorama-Schifffahrt auf der Elbe. Die Fahrt führte uns zwei Stunden durch das UNESCO Weltnaturerbe „Flusslandschaft Elbe“, dem Biosphärenreservat Mittelelbe. Gemütlich schipperten wir durch die naturbelassene Auenlandschaft mit seiner einzigartigen Flora und Fauna. Zur Stärkung wurde uns an Bord noch ein kleines Mittagessen serviert.
Thesentür an der Schlosskirche
Nach der Schifffahrt gab es noch genügend Zeit, Wittenberg schon einmal vorab auf eigene Faust zu erkunden, bevor wir uns zur Stadtführung an der Schlosskirche trafen. Highlights der Stadtführung waren die vier UNESCO Weltkulturerben der Stadt: die Schlosskirche zu Wittenberg, die Stadtkirche St. Martin, das Melanchthonhaus sowie das Lutherhaus.
Martin Luther und die Reformation machten zweifelsohne die Stadt Wittenberg weltberühmt. Entscheidend geprägt haben die heutige Lutherstadt lange vorher die askanischen Herzöge von Sachsen. Sie bestimmen die Kirche des Wittenberger Franziskanerklosters um 1270 zum Ort ihrer Familiengrablege.
Die Schlosskirche war zu dieser Zeit auch die Aula der Universität. Die damalige hölzerne Kirchentür diente den Studenten und Professoren als „schwarzes Brett“, an das Martin Luther seine 95 Thesen angeschlagen hat. Die Originaltür wurde leider durch ein Feuer vernichtet. Heute ist eine prächtige Bronzetür angebracht, auf der die 95 Thesen dargestellt sind.
Gemäldesignatur von Lucas Cranach
Besonders interessant war die Anlage der Wohn- und Arbeitshäuser der Familie Lucas Cranach, der ein begnadeter Maler und ein ebensolcher Geschäftsmann war. Er war im Übrigen der einzige Maler, der Martin Luther porträtieren durfte. In der Stadtkirche St. Martin, dem ältesten Gebäude der Stadt, sind neben dem berühmten Reformationsaltar auch weitere Werke von Lucas Cranach dem Älteren sowie Lucas Cranach dem Jüngeren zu bestaunen. Die Gemäldesignatur von Lucas Cranach war die geflügelte Schlange und gilt als eins der ersten Warenzeichen der Welt. In der Werkstatt von Cranach wurden schätzungsweise 5.000 Gemälde erschaffen.
Eine weitere Station unserer Stadtführung führte uns zum Wohnhaus von Philipp Melanchthon, einem Studienkollegen und Weggefährten Luthers.
Das Lutherhaus, ein früheres Augustinerkloster, war nicht nur Wohnhaus der Familie Luther, sondern diente Martin Luther auch zu Vorlesungen vor Studenten aus aller Welt. Während sich Martin Luther mit geistigen Themen beschäftigte, führte Katharina den Haushalt wie ein mittelständisches Unternehmen. Ihr zu Ehren ziert eine Bronzestatue den Innenhof.
Wieder zurück in Torgau ließen wir den Abend dank einer Einladung der Torgauer Feuerwehr mit sächsischen Bratwürsten und Bier ausklingen. Sehr interessant waren diverse Führungen durch das Feuerwehrmagazin.
Der vierte und letzte Tag unserer Bürgerfahrt begann sehr früh um 7.30 Uhr mit der Abfahrt nach Weimar. Dort wurden wir bereits wieder von den Stadtführern erwartet. Weimar ist wohl die bekannteste Stadt im Freistaat Thüringen. Eng verbunden mit Weimar sind die Namen der Dichter Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller.
Goethe-und Schiller-Denkmal in Weimar
Noch heute sind die beiden Wohnhäuser von Goethe und Schiller die beliebtesten Ziele für Touristen. Das ehemalige Wohnhaus von Goethe am Frauenplan bietet Einblicke in die Wohn- und Arbeitsräume des bekanntesten deutschen Dichters. Unweit des Goethehauses befindet sich das Schillerhaus, in dem die Wohn- und Arbeitsräume von Schiller zu sehen sind.
Vor dem Nationaltheater steht das Goethe-und-Schiller-Denkmal, das 1857 enthüllt wurde. Dieses Denkmal zeigt schön auf, dass Goethe und Schiller sich gegenseitig respektierten, aber wahrlich keine Freunde waren.
Im Zentrum Weimars liegt der „Park an der Ilm“, dessen Gestaltung damals von Goethe stark beeinflusst wurde. In diesem Park befindet sich auch Goethes Gartenhaus, in welchem der Dichter zahlreichen seiner Werke schrieb.
In der Stadtmitte befindet sich das Residenzschloss, das zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört.
Als weiteres UNESCO Weltkulturerbe besuchten wir die Herderkirche (Stadtkirche St. Peter und Paul). Sehenswert ist in dieser Kirche das dreiflüglige Altarbild, welches von Lucas Cranach dem Älteren begonnen und von Lucas Cranach dem Jüngeren vollendet wurde. Auch Martin Luther war zwischen 1518 und 1540 des Öfteren in Weimar und predigte in der Stadtkirche.
Als Gegensatz zur klassischen Seite Weimars präsentiert sich das moderne Weimar. Unter anderem wurde hier im Jahr 1919 das Bauhaus gegründet, welches für modernes Wohnen und für modernes Design steht. An die Anfangsjahre und die Geschichte der Bauhaus-Bewegung erinnert heute das Bauhaus-Museum.
Nach einem Mittagessen im „Sächsischen Hof“ ging es mit unserem Bus der Firma Hassler Reisen wieder zurück nach Sindelfingen. Eine sehr schöne und informative Reise war zu Ende. Die Stadtführungen waren äußerst fachkundig und sehr informativ. Für uns alle war es nicht nur eine Reise in die Partnerstadt Torgau. Wir befanden uns vier Tage lang auf den Spuren von Martin Luther und tauchten ein in die Kultur- und Reformationszeit mit seiner Geschichte.
In einem waren wir uns alle einig, auf die nächste Bürgerfahrt nach Torgau werden wir nicht wieder 13 Jahre warten, sondern diese definitiv früher planen. Die nächste Gelegenheit wäre ein Besuch der Landesgartenschau in Torgau 2022.
Wir hoffen, dass Torgau zum 30jährigen Bestehen der Partnerschaft auch eine Bürgerfahrt nach Sindelfingen vorsieht – wir würden uns sehr darüber freuen.
Text: Brigitte Stegmaier / Alexandra Keller, Fotos: Alexandra Keller / Werner Stähle
Gaben beim Partnerschaftsabend im Maichinger Bürgerhaus eine 1-a-Visitenkarte ab: die Mädels der Dancestyle-Gruppe des VfL Sindelfingen. Fotos: Dannecker
Partnerschaftsabend im vollen Maichinger Bürgerhaus eröffnet das Internationale Straßenfest mit einem Bekenntnis zu Europa
Mahnende wie launige Worte und ein kurzweiliges Unterhaltungsprogramm: Der Saal des Maichinger Bürgerhauses war proppenvoll, als am Donnerstag mit dem traditionellen Partnerschaftsabend wieder das Internationale Straßenfest eingeleitet worden ist. Die Delegationen aus den Partnerstädten – sie waren beeindruckt.
Aus der Kreiszeitung von Siegfried Dannecker MAICHINGEN/SINDELFINGEN. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. So handhabt man das im Schwäbischen. Und so gab es gestern im Großen Ratssaal des Sindelfinger Rathauses auch wieder das, was verpflichtender Teil der Wochenend-Sause ist: der kommunalpolitische Austausch unter den Delegationen aus den Partnerstädten. Diesmal auf der Agenda: das Thema Bevölkerungs- und Katastrophenschutz in den Partnerkommunen. Ein Dialog in der Amtssprache Englisch, der nie zu unterschätzen ist, sondern in dem man gegenseitig voneinander lernen kann.
Etwas Arbeit (für die Veranstaltenden), aber viel Vergnügen (für die Gäste) bereits am Donnerstag im Bürgerhaus. Vor den Delegationen aus den sieben Partnerstädten und einer Heerschar an offiziellen und weniger offiziellen Gästen brannte wieder mal ein Bühnenfeuerwerk ab. Einer der Höhepunkte des Abends: der Auftritt der 16 Tänzerinnen von der „Dancestyle“-Gruppe des VfL Sindelfingen. Die Mädels gaben eine 1-a-Visitenkarte ab.
Heike Schneider, Geschäftsführerin des TV Darmsheim, auch. Deren Moderation war zugleich eine meisterhafte Improvisation. Nur im Besitz dünner Angaben über die Akteure, schrieb die Ansagerin ihre An und Abmoderationen zwischen den einzelnen Acts mit „Filzer“ auf ihre Merkkärtchen. Eine echte Leistung, so auf die Schnelle! Apropos Leistung: Stimmlich schwer auf der Höhe zeigte sich auch der Chor aus dem nordenglischen Dronfield, der sich gewissermaßen einsang,
Haben unter anderem die „Beatles“ im Notenrepertoire: Die „Dronfield Singers“ treten am Wochenende mehrfach beim Straßenfest auf
bevor er übers Wochenende mehrfach auf dem Straßenfestpräsent sein wird. Die „Dronfield Singers“ hatten unter anderem die „Beatles“ auf dem Notenblatt, was bekanntlich immer zieht. 45 der 54 Herrschaften (das Gros – wie in deutschen Liederkränzen – Damen!) ist übrigens zum ersten Mal in Deutschland beziehungsweise Sindelfingen. Was Ute Walker, Sprecherin der Dronfield-Sektion bei der Initiative Städtepartnerschaften (Ispas), total freut. Macht es doch erstmalige, einmalige Begegnungen möglich.
Besuch aus Kumba in Kamerun
Auch der Aufruf von Ispas im Vorfeld an die Bevölkerung, die britischen Gäste bei einem Spaziergang zu begleiten, ist nicht ungehört verhallt. Als die Engländer, Liebhaber des „Gardening“, gestern über den Herrenwäldlesberg und in den Sommerhofenpark schlenderten, wurden sie von einem Dutzend Deutschen begleitet, und zwar „neuen“, also nicht die „üblichen Verdächtigen“ und bereits mit Drondield Verbandelten. Eine schöne Geste, findet Ute Walker. Zu Mittag gab’s dann „Lunch“ im „Café Wiesn“. „Splendid“ fanden die Briten das, „echt großartig“.
Begegnungen mit britischem Bier wird es beim Straßenfest am Gemeinschafts-Stand der Rotarier von Dronfield und Sindelfingen in der Ziegelstraße geben. Dort zapft „Jez“ Horton, ein Brauer von der lokalen Dronfielder Brauerei „Your Community Brewery“, das, was er zehn Fässer hoch im Van mitgebracht hat: die britischen Gerstensaft Varianten „Black“, „Porter“, „Stout“, „Pale“ oder „Bitter“. Wer weniger experimentierfreudig ist, nimmt ein „Lager“, das dem deutschen Bier am nächsten kommt.
Die Gäste des Partnerschaftsabends im Bürgerhaus heißen Kumbas OB Victor Nkelle (mit Hut) und Bürgermeister John Makia willkommen
Nah kam man sich auch in Sachen Europa beim Partnerschaftsabend. Und so gab sich OB Bernd Vöhringer optimistisch, dass die jahrhundertealte Wertgemeinschaft letztlich stärker ist als alle Raus-aus-Europa-Tendenzen. Das Straßenfest jedenfalls sei „europäische Integration im Kleinen“, so der Stadtchef. Der Brexit habe auf das Verhältnis zu Dronfield keinen Einfluss, ja „er ist sogar noch ein Impuls zu einem noch intensiveren Zusammenhalt“. Apropos Puls. Corbeil-Essonnes Erster Bürgermeister Jean-Michel Fritz soll sich spontan bereit erklärt haben, auf der„Pulse-of-Europe“-Demo am Sonntag auf dem Flugfeld zu sprechen. Klares proeuropäisches Signal.
Ein besonderer Willkommengruß beim Partnerschaftabend galt auch dem Besuch aus Kumba in Kamerun. Victor Nkelle, Oberbürgermeister der afrikanischen 150 000-Einwohner-Stadt, und John Makia, Bürgermeister eines 50 000 Einwohner großen Stadtteils dort, beantworten zurzeit einen Besuch einer vierköpfigen Sindelfinger Delegation im März. Dabei geht es – finanziert von einer Entwicklungshilfestiftung – um Möglichkeiten der Unterstützung bei Kultur, Wasser und Stadtplanung. Kommenden Montag und Dienstag sind die Gäste in Galerie, Bibliothek und in der Kläranlage unterwegs und informieren sich über die Erschließung von Neubaugebieten. Sprachlich kein Problem. OB Victor Nkelle hat einst in Hohenheim und Marburg Agrar und Wirtschaftswissenschaften studiert und versteht hervorragend deutsch.
Die Dronfield Singers von Karen Cook auf der Bühne beim Partnerschaftsabend im Maichinger Bürgerhaus: Heike Schneider vom TV Darmsheim übernahm die Moderation für die Streetdancers des TV Darmsheim, die Dancestyle- und die für die WM in Schottland qualifizierte Contestgruppe des VfL Sindelfingen, den Liedermacher Daniel Vogrin, die Ballettschule Stage Dance Sindelfingen und Georg Sidiropoulos. Für die Bedienung sorgte der TV Darmsheim, die Betreuung der Gäste übernimmt der Verein Ispas unter dem Vorsitz von Brigitte Stegmaier, der am Freitag für den Chor aus England einen Spaziergang durchs ehemalige Landesgartenschaugelände im Sommerhofenpark organisierte. Bild: Stampe
Sindelfingen: Dronfield stellt mit seinem Chor die stärkste Delegation beim Partnerschaftsabend im Bürgerhaus / Gedenkminute im Rathaus
Aus der Sindelfinger Zeitung: Von Redaktionsmitglied Peter Bausch
Mit den 40-köpfigen Dronfield Singers stellen die Engländer die stärkste Delegation beim Partnerschaftsabend im Maichinger Bürgerhaus, und beim kommunalpolitischen Gespräch im Rathaus wird die Bitte von Bürgermeister Philip Wright nach einer Gedenkminute für die Opfer von Terrorismus und Katastrophen erfüllt: Das Vereinigte Königreich steht mitten in Europa. Zumindest beim Straßenfest in Sindelfingen.
Kurz nach dem letzten Mini-Europa-Gipfel der Partnerstädte vom Juni 2016 in Sindelfingen schockte Großbritannien mit dem „Brexit“-Beschluss nach dem Referendum. „Der europäische Gedanke ist nicht an eine formelle Mitgliedschaft gebunden“, sagt Sindelfingens Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer: „Der Brexit wird keinen Einfluss auf unsere Beziehungen zu Dronfield haben. Wir stützen uns weiter auf die gewachsenen Strukturen und Beziehungen in unseren Ländern.“ Das Ergebnis der jüngsten Parlamentswahl auf der Insel und der Verlust der absoluten Mehrheit für Premierministerin Teresa May sind ein Thema im Maichinger Bürgerhaus. Veronica Tebbs, die Nachfolgerin von Julia Johnson an der Spitze des Partnerschaftskomitees, hat schon auf den „Brexit“-Beschluss mit Tränen reagiert. „Jetzt wissen wir überhaupt nicht mehr, woran wir sind“, sagt die Engländerin, die beim Medizinstudium und beim Praktikum in Deutschland
perfekt Goethes Sprache gelernt hat.
Gedenkminute für die Opfer
Bürgermeister Philip Wright versagt am Freitagmorgen im Rathaus-Sitzungssaal zuweilen die Stimme, wenn es um Bevölkerungsschutz in den Partnerstädten geht. Dronfield ist eine kleine, seit Jahren nicht von Katastrophen heimgesuchte Insel in Mittelengland, aber nahe genug an Manchester oder London, um Terrorismus oder Brandkatastrophen wie jetzt in der Hauptstadt unmittelbar zu spüren. Die Gedenkminute vereint Deutsche aus Sindelfingen und Torgau, Engländer aus Dronfield, Franzosen aus Corbeil-Essonnes, Italiener aus Sondrio, Schweizer aus Schaffhausen, Ungarn aus Györ und selbst die beiden Gäste aus dem afrikanischen Kamerun, Oberbürgermeister Victor Ngoh Nkelle und Bürgermeister John Kona Makia aus Kumba, die 2017 erneut beim Partnerschaftsabend und beim Straßenfest mitmachen. Wenn sich England entschieden hat die Europäische Union zu verlassen, stehe Frankreich mit dem seit Mitte Mai amtierenden Präsidenten Emmanuel Macron für
eine „neue Dynamik in der Euro-Zone“, sagt Bernd Vöhringer. „Es war noch vor wenigen Wochen undenkbar, aber mittlerweile gehen Zehntausende für Europa auf die Straße“, verweist der Anfang Mai wiedergewählte Oberbürgermeister auf die „Pulse of Europe“-Bewegung, die inzwischen einen Ableger auf dem Flugfeld Böblingen/Sindelfingen hat.
Jean-Michel Fritz am Pult
Altstadträtin Ute Walker, heute im Partnerschaftsverein Ispas engagiert, hat für die Kundgebung am Sonntag, 18. Juni, um 14 Uhr auf dem Hanns-Klemm-Platz hinter dem Medicum Jean-Michel Fritz verpflichtet, den ersten Beigeordneten auf dem Rathaus von Corbeil-Essonnes, der als Stammgast in Sindelfingen die neue Partnerschaftsbeauftragte Magdalena Parmentier zum Straßenfest mitbringt. Beim kommunalpolitischen Gespräch haben die Franzosen, die sich nach den Terrorismus-Anschlägen von Paris oder Nizza noch immer im Ausnahmezustand befinden, die meisten Diskussionen ausgelöst: 150 Video-Kameras überwachen Straßen und öffentliche Gebäude, erfassen dabei aber auch Parksünder, die per Video den Strafzettel ausgestellt bekommen. Das Überwachungssystem habe aber auch beim letzten Hochwasser Anfang Juni 2016 genutzt. Von der Überschwemmung 1987 im Veltlin haben die Partnerstadt Sondrio und das ganze Land Italien die Lehren gezogen. Wie Torgau in Sachsen, das 2002 und 2013 gleich zwei Jahrhundertfluten an der Elbe erlebte. Bettina Klein, einst im Neuen Forum, jetzt im Planungsamt und als neue SPD-Ortsvereinschefin in Torgau engagiert, muss deshalb auf das Straßenfest verzichten: Am Samstagmorgen steht eine Katastrophenschutz-Übung in Torgau an.
Torgau. Nach viel Stau und viel Regen bei der Anreise brachten die Torgauer Gastgeber ihren Sindelfinger Gästen am Donnerstagabend sowie am gestrigen Freitag ein Viel an Gastfreundschaft entgegen.
Auf Initiative des Vereins „Initiative Städtepartnerschaften Sindelfingen“ (ISPAS) weilen noch bis zum morgigen Sonntag gut 40 Gäste aus Torgaus Partnerstadt in der Großen Kreisstadt. Die Bürgerfahrt, deren Plätze sehr schnell belegt waren, steht ganz im Zeichen der Reformation. Das wurde auch gestern zum offiziellen Empfang im Rathaus deutlich: Bei diesem wurden die Gäste unter anderem mit einem Film, den Schüler des Johann-Walter-Gymnasiums im Zuge des Theaterprojekts „HerrInnen Käthe“ produzierten, auf die Rolle Torgaus für die Reformation eingestimmt.
In der Hauptrolle: Katharina von Bora beziehungsweise Luther. Doch „Käthe“ sollte es gestern nicht nur als Bewegtbild geben. So sorgte schließlich eine entsprechend ausstaffierte Silvia Meinel vom TIC dafür, dass die Sindelfinger vorm gemeinschaftlichen Abend im Schloß-Café und einem Orgelkonzert mit Ekkehard Saretz in der Schlosskapelle noch eine historische Stadtführung mit Katharina erleben konnten.
Mit Silvia Meinel ging es im Anschluss an den offiziellen Empfang zu einer Stadtführung. Foto: TZ/C. Wendt
Doch schon zuvor zeigte sich ISPAS-Chefin Brigitte Stegmeier von Torgau begeistert. Und Alexandra Keller, die ebenso im Verein aktiv ist, pflichtete ihr bei. „Wir fühlen uns hier pudelwohl“, sagte Keller. Am heutigen Samstag begeben sich die Sindelfinger auf Entdeckungstour nach Wittenberg. Nach der Anreise über Erfurt will man morgen auf der Heimtour noch einen Halt in Weimar einlegen.
Liebe Mitglieder, Helferinnen und Helfer der Partnerschaftsstraße beim diesjährigen Internationalen Straßenfest.
Nun liegt das diesjährige Straßenfest bereits wieder etliche Tage hinter uns. Für den Verein ist es jedes Jahr von neuem eine Herausforderung und ohne Ihre / Eure Hilfe könnte dieser enorme Einsatz nicht bewältigt werden.
Ich bedanke ich mich aufs herzlichste bei all denjenigen, die beim Auf-und Abbau der Partnerschaftsstraße geholfen haben. Ebenso herzlich bedanke ich mich bei allen Einsatzteams an unserem ISPAS-Stand. Die Kartoffelpuffer schmeckten wieder sehr gut und wurden gelobt! Eine Dame sagte zu mir: Sie liebt Kartoffelpuffer, aber so leckere habe sie noch nie gegessen. So etwas zu hören tut gut. Mein besonderer Dank gilt den Teams der ISPASA-Bar. Ohne deren Einsatz könnte unser Verein die anfallenden Kosten nicht ausgleichen. Die Bar ist die größte Einnahmequelle des Vereins beim Straßenfest und ich hoffe, dass die Teams auch im kommenden Jahr wieder dabei sein werden. Danke.
Ebenso bedanke ich mich bei all unseren treuen Mitgliedern, welche die Stände der Sindelfinger Partnerstädte besucht, die Angebote probiert und eingekauft haben. Allen unseren Gästen hat es sehr gut gefallen und sie sind dankbar und zufrieden wieder abgereist. Das Standpersonal nimmt
große Strapazen auf sich, um unsere Partnerschaftsstraße zu beleben.
Mein Dank geht aber auch an das Amt für Kultur der Stadt, Herrn Fabian Krause mit seinem Helfer und an Astrid Paul. Ohne deren enormen Einsatz könnte die Partnerschaftsstraße nicht stattfinden. Dankeschön auch an Markus Nau für die Koordination des Bühnenprogramms.
Es war ein sehr harmonisches Fest und das Wetter war super – ideales Straßenfestwetter!! Obwohl so ein Wochenende viel Arbeit mit sich bringt, hat es Spaß gemacht. Ich jedenfalls freue mich auf weitere Aktivitäten und Projekte zusammen mit Ihnen / Euch und hoffe, dass wir auch weiterhin zum Wohl unserer Partnerstädte gut zusammenarbeiten.
Allen wünsche ich einen angenehmen Sommer mit vielen schönen Erlebnissen und bleibenden Eindrücken und, bei wem er noch kommt, einen schönen Urlaub.
Eindrücke vom 41. Internationalen Straßenfest in Sindelfingen:
Internationales Straßenfest in Sindelfingen 2017.Die ISPAS-BAR.Der ISPAS-Stand.Die ISPAS-BAR.Am Stand unserer ungarischen Partnerstadt Győr.Am Stand unserer ungarischen Partnerstadt Győr.Am Stand unserer französischen Partnerstadt Corbeil-Essonnes.Am Stand unserer polnischen Partnerstadt Chełm.Am Stand unserer deutschen Partnerstadt Torgau.Am Stand unserer Schweizer Partnerstadt Schaffhausen.Am Stand unserer italienischen Partnerstadt Sondrio.Am Stand unserer englischen Partnerstadt Dronfield.
„3 Dinge – 3 Dinge, die Du mitnehmen würdest, wenn Du aus Deiner Heimat fliehen müßtest.“
Unsere europäische Jugendbegegnung 2016 stand unter dem Thema „Grenzerfahrungen – Borderline Experiences. Meine Grenzen. Unsere Grenzen. Die Grenzen Europas.“
42 Jugendliche im Alter von 15 bis 18 Jahren aus 7 Ländern der Europäischen Gemeinschaft – Polen, Ungarn, Italien, Kroatien, England, Frankreich und Deutschland – kamen in Sindelfingen zur interkulturellen Theater-Performance zusammen. Inhalt des gemeinsamen Workshops war es, die eigenen Lebensbedingungen mit den Lebensbedingungen der Menschen zu konfrontieren, die sich auf die Flucht begeben haben, um den katastrophalen Lebensbedingungen in ihrer Heimat zu entkommen.
Die Jugendbegegnung wurde gefördert durch Erasmus+, ein Förderprogramm der Europäischen Union im Bereich Jugend. Ziel der geförderten Jugendbegegnungen ist es, Solidarität und Toleranz unter jungen Menschen zu entwickeln, gegenseitiges Verständnis zwischen jungen Menschen aus verschiedenen Ländern zu fördern und den sozialen Zusammenhalt der Europäischen Union zu stärken. Dass es wie in den Jahren zuvor ein gelungener Event war, zeigt euch das Video!
Innerhalb der Videoreihe poliWHAT?! hat edeos- digital education zwei Filme produziert. Der erste Film erklärt wie das Europaparlament funktioniert. Der zweite dreht sich um das kontroverse Freihandelsabkommen TTIP. (mehr …)
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