Tagebuchaufzeichnungen von Priska Steinebrunner, Frick / Schweiz
Im Rahmen der Literaturtage in Sindelfingen reisten Elif und ich (Priska) dorthin, um an einem Schreibperformance-Workshop teilzunehmen. Wir blieben hier vom 16.10.17 bis zum 21.10.17.
16.10.17
Heute ging es los. Nach dem Mittagessen wurden wir von Gudrun Stauffer abgeholt und fuhren nach Sindelfingen. Nach einem kürzeren Aufenthalt im Haus ging es weiter in den Ortskern,
wo wir die Schülerinnen aus Torgau trafen, etwas aßen und danach eine kurze Führung durch die Stadt erhielten. Sindelfingen erlebte im 20. Jahrhundert einen starken Bevölkerungsaufschwung, als die Daimler-Mercedes-Werke hierher verlegt wurden. Davor war Sindelfingen ein kleiner Ort mit einem mittelalterlichen Kern. Hier stehen sehr viele Fachwerkhäuser, für die Sindelfingen heute noch sehr bekannt ist. Das älteste Gebäude ist die Martinskirche, gebaut im romanischen Stil. Nach der Führung besuchten wir eine Lesung über das Buch Paula. Ich bin gespannt, was morgen kommt.
17.10.17
Heute ging der eigentliche Workshop los. Zuerst machten wir einige Kennenlern- und Aufwärmspiele, bevor wir anfingen, mit Peter Härtlings Gedicht «Du mit der Kinderstimme» zu arbeiten, eigene Eindrücke aufzuschreiben und dann darzustellen. Der Vormittag war sehr spannend und inspirierend. Nachmittags ging es nach Stuttgart. Eigentlich sollten wir eine Führung erhalten, doch der Führer tauchte nicht auf, und so machten wir unsere eigene Tour durch Stuttgart, aßen schwäbische Maultaschen und Eis und beendeten die Tour mit dem Besuch des Fernsehturms. Es war ein schöner, aber auch anstrengender Tag und ich bin froh, jetzt ins Bett zu können.
18.10.17
Der heutige Workshop unterschied sich nicht besonders von dem gestrigen. Wir arbeiteten mit unseren Texten, aber spielten auch auf der Bühne. Nach einem sehr gesunden Mittagessen bei McDonalds besuchten wir ein Museum, das extra für uns geöffnet hatte und betrachteten eine Lichtskulptur und verschiedene Bilder. Danach hatten wir die Möglichkeit, in einem Einkaufszentrum herumzulaufen, doch Elif und ich sind ziemlich schnell bei der Buchhandlung hängen geblieben. Später ging es zurück Richtung Stadtkern, wo wir etwas aßen und ein Jugendcafé besuchten. Um 19 Uhr begann dann die Lesung von Manfred Mai über seine Bücher Winterjahre und Frühlingsboten. Auch dieser Tag war sehr anstrengend, aber wir haben einiges gelernt.
19.10.17
Heute begannen wir mit der eigentlichen Ausarbeitung der Performance für morgen. Die beiden Theaterpädagoginnen hatten auf heute einen Ablauf zusammengeschrieben, den wir ausgearbeitet haben. Ich glaube, das wird eine sehr lustige und auch spannende Show. Nach dem Mittagessen ging es mit dem Kleinbus zu einem ehemaligen Kloster und Jagdschloss, welches wir besichtigten. Danach fuhren wir zur Fabrik von Ritter Sport, wo wir allerdings nur eine heiße Schokolade tranken und den Laden ausräumten. Allerdings muss man sagen, dass die Schweizer ein größeres Sortiment, aber auch die viel teurere Schokolade haben. Den Abend verbrachten wir in einem Jugendhaus in Darmsheim mit Air-Hockey, Billard, Tischfußball etc. Wir hatten viel Spaß und freuen uns auf morgen.
20.10.17
Heute war die Intensivprobe, die bis in den Nachmittag dauerte. Wir spielten die ganze Performance mehrmals durch, anfangs noch stockend und mit vielen Wiederholungen in den Szenen, dann aber flüssiger. Zum Mittagessen gab es Riesenpizzas, bei denen ein Stück so groß war wie vier normale Stücke. Nach der Probe hatten wir noch etwas Zeit bis zur Aufführung, die wir zum Eis essen und einem längeren Spaziergang nutzten. Die Nervosität stieg, bis wir schließlich alle hinter der Bühne standen und warteten, dass es losgeht. Die Aufführung war ein totaler Erfolg und die Zuschauer waren begeistert. Nachdem wir alles aufgeräumt hatten, gingen wir zusammen in das Gebäude der Musikschule, um dort zu essen und einfach zum letzten Mal zusammen zu sein, bevor es für die Torgauer und für uns zurück nach Hause geht. Morgen fahren wir ab. Es war eine tolle Woche, wir hatten viel Spaß und haben auch viel gelernt. Ich hoffe, wir können den Kontakt zu den anderen halten und vielleicht mal wieder bei so etwas mitmachen.
40 Jugendliche aus 20 Ländern erarbeiten eine faszinierende Performance
„Hier war ich ja noch nie!“, das waren die immer wieder zu hörenden Begrüßungsworte von jungen und älteren Besuchern, die die Zuschauerränge im „SÜD. Treffpunkt für Jugendkultur“ in Sindelfingen bei den beiden Aufführungen bis auf den letzten Platz füllten. Und sie sollten ihren erstmaligen Besuch nicht bereuen! Denn was die 40 Jugendlichen unter Anleitung der Theaterpädagoginnen und Regisseurinnen Annette von der Mülbe und Anke Marx in ihrer Performance auf die Bühne brachten, zog alle Zuschauer in ihren Bann: Es gab viel zu lachen, aber auch ungeheuer packende Momente, so dass einem der Atem stockte und man nur hoffen konnte, dass alles gut ausgeht!
Doch jetzt der Reihe nach: Zum achten Mal hatte ISPAS mit der finanziellen Unterstützung von Erasmus+ 40 Jugendliche und ihre BegleiterInnen aus England, Frankreich, Italien, Kroatien, Polen und Ungarn eingeladen. Gastgeber waren die Jugendlichen der Gottlieb-Daimler-Schule 2 – vorwiegend Migranten und Flüchtlinge. Gemeinsam erarbeiteten sie eine Performance zu dem Thema: BACK TO THE FUTURE – ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT. Dazu hatten die Jugendlichen Collagen angefertigt, die sie mit nach Sindelfingen brachten.
Und dann ging es los: Inspiriert von all diesen interessanten Collagen, entwickelten sie in wenigen Tagen Szenen, in denen sie sich vorstellten, wie sich ihr Leben in den nächsten 20 Jahren verändern wird. Die beiden Regisseurinnen formten daraus ein dramaturgisches Ganzes: EUROPE RELOADED 2037, in dem sich jeder der Jugendlichen zwischen 15 und 20 Jahren in verschiedenen Rollen präsentierte. Nicht nur diese Szenen wurden gemeinsam im SÜD erarbeitet, sondern auch alle Requisiten und Kulissen mit den einfachsten Mitteln gestaltet.
Das Spiel begann an der „Bar of Broken Dreams“, wo – nach einer kurzen Begrüßung durch die Vorsitzende von ISPAS, Brigitte Stegmaier – inmitten der Zuschauer, Jugendliche aus allen Ländern sich mit ihren gescheiterten Hoffnungen vorstellten und anschließend in den Theatersaal führten. Dort kündigten sogleich Nachrichtensprecher und Reporter von „World News“ Bedeutendes an: Die Geberkonferenz der D5 – der fünf mächtigsten Diktatoren der Welt – zur angeblichen Rettung des Weltklimas und gleichzeitig die große Demonstration gegen die Regierenden.
Und dann ging es Schlag auf Schlag in die Welt von 2037: Die außer Rand und Band geratenden Maschinen der Arbeitswelt, die ihren Ingenieur feuern, bis hin zu dem von Robotern beherrschten Alltag der Jugendlichen: Roboter, die vom Zähneputzen bis zum Schulunterricht alles erledigen. Selbst im Krankenhaus werden die Menschen von – im wahrsten Sinne des Wortes – gnadenloser Effizienz bestimmt. Das klingt in dieser Zusammenfassung ziemlich düster, aber war es trotzdem nicht: Durch die vielfach slapstickhaften, übertriebenen Darstellungsformen wirkte vieles wirklich sehr komisch, wenn auch den Zuschauern das Lachen oft im Halse steckenblieb. So auch bei den Reportagen, die „World News“ vom „Jahrtausend-Sturm Nr. 23 in der Schweiz“ brachte, von der „Jahrtausend-Dürre Nr. 42“ in Schweden und der „Jahrtausend-Überschwemmung Nr. 311“ in der Sahara. Logische Folge dieser Katastrophen war eben besagte Klimakonferenz. Aber die fünf, die Welt beherrschenden Diktatoren, die sich – wie einst Charlie Chaplin in der „Der große Diktator“ – amüsiert den Erdkugel-Ballon zuspielen, finden natürlich keine gemeinsame Lösung – zu sehr stehen stets ihre eigenen Eitelkeiten im Vordergrund: So beklagt sich zum Beispiel einer der Diktatoren über den Smog, der ihn daran hindert, seine schöne Frau klar zu sehen!
Und so kommt es zum Showdown: Die Jugendlichen, die sich doch endlich zur Demonstration aufgerafft haben, werden von den Bodyguards der Diktatoren zusammengepfercht und ihnen droht die Erschießung! Doch wie Shakespeare schon sagte: „All’s Well What Ends Well!“ Denn die Jugendlichen zu exekutieren, bringen selbst die härtesten Schergen der D5 letztendlich nicht zustande. So geht es zum guten Schluss den Diktatoren an den Kragen, und die Jugendlichen feiern die Positiven Perspektiven einer Gesellschaft, für die sie gekämpft haben: für Toleranz, für Meinungsfreiheit und für den schonenden Umgang mit der Natur! Und so ist der letzte Wunsch einer ungarischen Demonstrantin. „Für Europa in 20 Jahren, hoffen wir, dass es noch existiert!“
Wirklich eine fulminante Performance, für die sich das Publikum an beiden Abenden mit großem Jubel bei den jungen Akteuren, ihren BegleitlehrerInnen und vor allem bei ihren beiden Regisseurinnen bedankte!
Dies ist das Thema der diesjährigen Europäischen Jugendbegegnung 2017, die in der Zeit vom 10. bis 21. November in Sindelfingen stattfindet.
Der Verein „Initiative Städtepartnerschaften Sindelfingen e.V. (ISPAS) freut sich sehr, dass zum achten Mal Gelder der EU über das europäische Förderprogramm «Erasmus+ Jugend in Aktion» genehmigt wurden, um ein großes, partnerschaftliches Jugendprojekt durchzuführen. Das interessante Thema wird innerhalb weniger Tage von den teilnehmenden Jugendlichen aus Deutschland, England, Frankreich, Italien, Kroatien, Polen und Ungarn erarbeitet. und in einer Theater-Performance aufgeführt. Die Dozentinnen, langjährige Mitwirkende der Jugendprojekte des Vereins ISPAS, Annette von der Mülbe und Anke Marx konnten auch für das diesjährige Projekt gewonnen werden.
Insgesamt nehmen 40 Jugendliche an diesem EU-Projekt teil, Alle treffen sich erstmals am Samstag, 11. November. Nach Begrüßung durch den Verein und einer Stadtführung stellen die Jugendlichen am Nachmittag ihre Schule, ihre Stadt und ihr Land vor. Am Abend um 19 Uhr findet im Gemeindehaus St. Maria, Goldbergstraße, der erste gemeinsame kulinarische Länderabend statt, zu dem herzlich eingeladen wird. Chelm / Polen kocht und stellt ihre Schule und ihre Stadt vor. Weitere kulinarische Länderabende finden mit Györ / Ungarn (12. November), Sondrio / Italien (16. November) und Jastrebarsko / Kroatien (am 17. November) statt.
Die ganze Gruppe mit allen Begleitlehrpersonen fährt am Mittwoch, 15. November, nach Straßburg um die EU-Stadt kennenzulernen und einen Bezug zur Arbeit der EU zu bekommen. Diese Fahrt wird von der Stadt Sindelfingen, Abteilung Internationale Beziehungen, Schwerpunkt „EUROPA“ organisiert. Am 16. November erhält die gesamte Gruppe eine zweistündige Werkführung Sindelfinger Mercedes-Benz-Werk / Daimler.
Jedoch die meiste Zeit wird streng für das EU-Projekt gearbeitet. Der Workshop und die Proben finden alle im Jugendhaus „Das Süd“ statt. Dorthin wird herzlich zu den beiden Aufführungen am Samstag, 18. und Sonntag, 19. November jeweils um 19 Uhr, eingeladen. „Zurück in die Zukunft – Back to the future“ – Wie sieht dein Land in 20 Jahren aus? Was die Jugendlichen durch ihre Gedanken und Ideen zusammen mit ihren Dozentinnen erarbeiten – darauf kann man nur gespannt sein -, aber es wird bestimmt ein einschneidendes Erlebnis werden.
Kommen Sie zu den Vorstellungen ins Jugendhaus „Das Süd“ in der Schwertstraße 11/1, Sindelfingen. Der Eintritt ist frei, Spenden sind jederzeit willkommen.
Eine Textcollage von Jugendlichen zu Versen von Peter Härtling
ISPAS e.V., der die Freundschaften mit den Sindelfinger Partnerstädten pflegt, nahm die Baden-Württembergischen Theatertage zum Anlass, Jugendliche aus Torgau (Sachsen), Frick (Schweiz) und dem Berufskolleg der Gottlieb-Daimler-Schule2 zu einem Schreibwerkstatt- und Performance-Workshop einzuladen.
Unter der Anleitung der Theaterpädagoginnen und Regisseurinnen Annette von der Mülbe und Anke Marx erarbeiteten 9 Jugendliche im Alter von 14 – 18 Jahren gemeinsam eine eigene Textcollage zu Versen von Peter Härtling aus dessen Gedichtszyklus HORIZONTTHEATER.
Peter Härtling, der leider im Juli dieses Jahres mit 83 Jahren verstorben ist, war ein Kriegskind, ein Flüchtlingskind, ein Fremder und Heimatloser, der in Württemberg, in Nürtingen, schließlich doch ein Stück Heimat fand.
Spannend war nun die Frage, ob die Jugendlichen den Mut aufbringen, sich ganz persönlich mit ihren Texten vorzustellen: Wie wirken die Verse von Peter Härtling auf Jugendliche von heute?
Und das Ergebnis der gemeinsamen kreativen Arbeit war nicht nur spannend, sondern es war ganz einfach großartig: In dem gut besuchten Theaterkeller Sindelfingens hielten die Jugendlichen mit ihren Texten und Aktionen das Publikum 45 Minuten in Atem. Sie begannen mit den Versen von Peter Härtling: …“du, erzähl, wie dein Land verschwand…“, bildeten eine scheinbar undurchdringliche Mauer, die sich nur langsam auflöste, so dass sie ihr anfängliches Schweigen durchbrachen. Alle Jugendlichen trugen einzeln oder chorisch ihre Texte zu den Impulsen von Peter Härtling vor. Das drohende Verschwinden ihres Landes wurde in sehr persönlichen, sehr intimen Texten vorgetragen, wobei es nicht nur um Vertreibungs-Ängste ging, sondern auch um die spürbare Vereinzelung durch das moderne goldene Kalb „Handy“. Mit ganz einfachen Mitteln des „Armen Theaters“, mit Tüchern und Tischen, stellten die Jugendlichen Peter Härtlings Verse „erzähl vom blutenden Fluss und der halbierten Brücke“ in den Mittelpunkt ihrer Performance. Sie erzählten in ihren eigenen Texten von der Bedeutung des Flusses in ihrem verschwundenen Land, sie erzählten von den Sternen, die es nicht interessiert, ob auf der Erde ein schrecklicher Krieg wütet, und stellten in verschiedenen Texten „mein“ Land „deinem“ Land gegenüber. Dieser Teil der Performance endete mit einer von allen Jugendlichen dargestellten Flüchtlings-Ballade, bei der dem Publikum das Lachen immer wieder im Hals stecken blieb.
Zum Schluss trugen alle – zuerst einzeln, dann chorisch – ihre „Horizont-Haikus“ vor, in der kürzesten Gedichtform der Welt. Viele sehr persönliche Facetten der Bedeutung von „Horizont“ wurden deutlich, besonders hallten die Worte einer der Jugendlichen nach, die den Zuhörern mit auf den Weg gab: „Der Abgrund der Welt / ist viel zu nahe an uns / gib auf dich Acht.“
Als am Ende der Performance die Bühne wieder im Dunkeln versank, herrschte lange eine atemlose Stille, bevor dann das jugendliche und das ältere Publikum gemeinsam mit großer Begeisterung den glücklichen jugendlichen Künstlern und ihren beiden Regisseurinnen für diesen unvergesslichen Abend dankte.
„Zurück in die Zukunft – Back to the future? Wie soll dein Land in 20 Jahren aussehen?“
Reden ist silber, Ausdruck ist gold! Brauche ich Worte, um meinem Gegenüber zu erklären, was ich von ihm möchte? Nein – Mein Gesichtsausdruck und meine Körpersprache können es ihm sagen!
Den Beweis haben die beiden Theaterpädagoginnen Annette von der Mülbe und Anke Marx bei unserem Vorbereitungstreffen im September mit den Gästen der 6 europäischen Partnerschulen erbracht. Können sich Jugendliche auch ohne Sprache verstehen? Können sie Toleranz und Verständnis für einander entwickeln, egal ob Jugendliche aus Ungarn, Polen, Kroatien, England, Italien, Frankreich oder Deutschland kommen? Mit Übungen und Impressionen konnten die beiden Pädagoginnen den Begleitlehrerinnen und Jugendlichen sowie den Organisatoren der Jugendbegegnung ihre kreative, ganzheitliche Arbeitsweise nahe bringen, welche der diesjährigen interkulturellen Jugendbegegnung zugrunde liegt. Mit diesem ersten gemeinsamen Nachmittag legte sich bereits eine tolle solidarische und motivierte Stimmung über die Teilnehmer/-innen des Vorbereitungstreffens und blieb während der ganzen Tage von Donnerstag, 21.09.17 bis Sonntag, 24.09.17 erhalten.
Um die europäische Jugendbegegnung für alle Partnerschulen erfolgreich zu gestalten, wurde an diesem langen Wochenende noch vieles gemeinsam besprochen und geplant: „Wie gestalten wir den Youthpass für unsere jugendlichen Teilnehmer/-innen? Welche Fragen wollen wir in den Fragebögen für die Bewertung der Jugendbegegnung stellen? Wie kann die Fotodokumentation am besten durch die Schulen aller 6 europäischen Länder wandern?“ Mit guter Verbreitung und durch Analyse unserer Ergebnisse aus der Jugendbegegnung wollen wir auch das Förderprogramm „Erasmus+ Jugendmobilität unterstützen, über welches wir die Fördergelder zur Durchführung der Jugendbegegnung bekommen haben. Natürlich muss auch dem Organisatorischen bei einer interkulturellen Begegnung dieser Größe – 50 Jugendliche mit Begleitlehrern bei einem Workshop von 10 Tagen und öffentlicher Theater-Aufführung – Rechnung getragen werden. Aber wir schaffen das!
Mit unserem tollen ISPAS Team, den Gastfamilien und vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern freuen wir uns auf die internationale Jugendbegegnung vom 10. bis 21. November 2017. Wir laden Sie ganz herzlich zur abschließenden Theater-Performance am Samstag, den 18. November oder am Sonntag, den 19. November mit ihrer Familie und allen Interessierten ein. Ich verspreche Ihnen, es wird Spaß machen!
Die Initiative Städtepartnerschaften Sindelfingen (ISPAS e.V). organisiert regelmäßig Bürgerfahrten in Sindelfingens Partnerstädte. Im Frühsommer begab man sich auf Martin Luthers Spuren nach Torgau, nun ging es in Sindelfingens italienische Partnerstadt Sondrio, ebenfalls in Kooperation mit dem Reisebüro Hassler.
Sondrio liegt im Veltlin (Lombardei) und ist nur über die Alpen zu erreichen, deshalb war die Reisegruppe sehr froh, in den neuesten, supersicheren Bus zu steigen, der auf sie wartete.
Gemeinschaftsfoto der Gruppe
Auf so einer langen Busreise sind für Mitreisende und Fahrer Unterbrechungen nötig, deshalb war neben kleineren Pausen ein Stopp in St. Gallen geplant. Die Stadt beeindruckte bei der Stadtführung mit ihren prächtig geschmückten Bürgerhäusern.
Bürgerhaus in St. Gallen
Sie ist mit 80 000 Einwohnern die höchstgelegene Stadt Europas (674 m ü. M.) und hat mit Stiftskirche und Stiftsbibliothek Sehenswürdigkeiten, die zum Unesco-Weltkulturerbe zählen. Auf der Weiterfahrt nach dem Mittagessen zeigte sich bei schönem Wetter die Natur in ihrer spektakulären Schönheit: glitzernde Gletscher hoch oben, Felsblöcke und Muren neben der Straße und karge, fast baumlose Öde im Hochgebirge. Erschöpft und doch aufgedreht saß man am Abend im Hotel beim gemeinsamen Essen und tauschte die Eindrücke untereinander aus.
Die Stadtführung in Sondrio und der Empfang bei Bürgermeister Dr. Alcide Molteni musste aus terminlichen Gründen auf den vorletzten Reisetag verschoben werden, deshalb ging es in die Umgebung von Sondrio. Das hervorragend von Dr. Stefania Stoppani (Stadt Sondrio) und Dr. Gudrun Kemmerling, Italia Graziano Frazzetta, Brigitte Stegmaier (alle ISPAS) zusammengestellte Programm sah an diesem Tag vor, an Weinbergen vorbei hinauf zu einem Aussichtsturm zu fahren und anschließend über die Strada dei Vini e dei Sapori (Straße des Weins und der Köstlichkeiten) nach Teglio. Dort wurde im Hotel-Restaurant Combolo, dem Mitgründer der Accademia del Pizzocchero di Teglio, die Herstellung von und Zubereitung mit Pizzoccheri gezeigt.
Einführung in die Herstellungnvon Pizzocheri in der Accademia in Teglio
Pizzoccheri werden aus schwarzem Buchweizenmehl und Weizenmehl hergestellt und mit Saisongemüse und Kartoffeln gemischt gekocht, dann mit Veltliner Kase in eine Auflaufform geschichtet. Dieses Gericht und Sciatt, auch aus schwarzem Buchweizenmehl, waren früher bäuerliche Armeleuteessen und gelten jetzt als Aushängeschild der Veltliner Küche. Dieses Essen war eine gute Grundlage für die Weinprobe im Weingut Nino Negry. Die Zulieferung der Trauben hatte wegen des warmen Sommers schon begonnen, aber die interessante Führung durch die verschiedenen Keller konnte ungestört stattfinden.
Weinkellerei
Die riesigen Weinfässer aus verschiedenen Holzarten, die auf mehreren Ebenen aufgereiht waren, und die Erklärungen dazu beeindruckten die Sindelfinger Reisegruppe sehr und bereiteten auf die anschließende Weinprobe vor. Erschöpft und gesättigt fuhr man am späten Nachmittag nach Sondrio zurück.
Für den nächsten Tag war die Azienda Agrituristica La Fiorida vorgesehen. Das ist eine nachaltige Urlaubsfarm, in der alles aus eigener Produktion hergestellt wird. Der Produktweg in der Fiorida ist kurz und nachhaltig. Er bietet Erzeugnisse vom Stall durch die eigene Käserei
Herstellung von KäseReife von Käse
und Metzgerei auf die Tafel. Die totale Autonomie zeigt sich auch bei Heizung, Kühlung und Energie. Von der sorgfältigen Behandlung und dem Wohlbefinden der Tiere konnten sich alle bei der Einführung im Schulzimmer, eingerichtet für Schulkinder und Besuchergruppen, und dem Rundgang durch die Käserei, Stallungen und die übrige Anlage überzeugen. Vor dem Brunch gab es noch die Möglichkeit, sich im wohlsortierten Shop mit dem eigenproduzierten Lebensmitteln einzudecken, was viele gerne wahrnahmen.
Zurück in Sondrio gab es Zeit zur freien Verfügung. Abends trafen sich viele aus der Gruppe auf dem Garibaldi-Platz. Dort fand ein Rockkonzert mit der Gruppe The Sun statt. Schade, dass man die Texte nicht verstand und nur ein bisschen durch die Hintergrundbilder die interessante Geschichte dieser Gruppe erfuhr. Der Auftritt war ja auch für die auffallend vielen jungen Leute auf dem Platz gedacht. The Sun war international berühmt mit Auftritten in der ganzen Welt und stürzte völlig ab. Die Band löste sich auf und fand sich wieder zusammen durch die Entdeckung, dass Gott hält und hilft. Das wollen sie nun durch ihre Liedtexte und persönlichen Lebensgeschjchten bezeugen.. Aber auch ohne dies verstanden zu haben, wippten und tanzten anwesende Sindelfinger mit.
Sehr früh am nächsten Morgen war die Abfahrt nach Colico am Comer See. Die Fahrt mit dem Ausleger-Schnellboot nach Como war notwendig, weil die Umrundung des Sees mit dem Bus durch Straßenbaustellen sehr behindert gewesen wäre. Auch wenn die Sonne nicht strahlte, konnte man von der Seeseite aus die beeindruckende Natur und Bebauung bestaunen und bewundern. Auf dem Stadtrundgang in Como beeindruckte vor allem der Comer Dom.
Eingangsportal der Kathedrale von Como
Er ist das drittgrößte Gotteshaus in der Lombardei neben dem Mailänder Dom und der Kartause von Pavia. Alle drei wurden Ende des 14. Jhs. gegründet, im Laufe des 15. Jhs errichtet und in den folgenden Jahrhunderten vollendet. Die Architektur des Doms ist ein gelungenes Beispiel für die harmonische Verschmelzung unterschiedlicher Epochen. Die Umsicht der Architekten sowie das Geschick und die Erfahrung der Arbeiter vereinigen die aufeinander folgenden Baustile Gotik, Renaissance und Barock innen und außen. Man muss nur immer staunen, wie solche Bauwerke in der Vergangenheit ohne moderne Hilfsmittel so beeindruckend gestaltet werden konnten. Mit Schnellboot und Bus ging es zurück nach Sondrio.
Um 9:20 Uhr am nächsten Tag war der Treffpunkt für den Stadtrundgang die Piazza Garibaldi. Dieser Platz, eine typische Piazza aus dem 18. Jh., ist das Herz Sondrios und der Treffpunkt für alle, die die Stadt kennenlernen wollen. Von hier aus folgt man den kleinen Wegen und engen Straßen und kann so das historische Sondrio – das Sondrio der Renaissance, des Barocks und das neoklassische – und das moderne Sondrio gut zu Fuß erkunden. Es war auch den Sindelfingern wichtig, außerhalb ihrer schon selbst erlaufenen Wege durch die sachkundige und humorvolle Führung von Hannelore Geggus d’Anisi mehr über die Partnerstadt zu erfahren. Es gibt dort eben nicht nur breite Wege, sondern auch das fast vollständig erhaltene antike Bauernviertel Scarpatetti
Bauernhäuser in der AltstadtTypische Holzbalkone
mit den typischen Bauernhäusern mit Holzbalkonen und den steinernen Gewölbedecken, die Halterungen für Öllampen und die Steinbänke zum Ausruhen. Wie lange das unberührt bleibt, weiß keiner. Es haben sich auch hier schon Leute eingekauft, die eher nicht auf Unberührtheit stehen, sondern Komfort wollen. Auf dem Weg durch das Viertel hinauf zum Castello Masegra befinden sich drei kleine dem Marienkult gewidmete Kapellen. Ganz hinauf ging die Sindelfinger Reisegruppe jedoch nicht, weil Bürgermeister Dr. Alcide Molteni zum Empfang im Rathaus gebeten hatte. Das Rathaus, der Palazzo Communale, aus dem 11./12. Jh. ist ein sehenswertes Gebäude, das den Sindelfingern nach der warmherzigen und launigen Begrüßung durch den Bürgermeister gezeigt wurde. Besonders beeindruckt waren die meisten durch das Arbeitszimmer des Bürgermeisters mit der ganz speziellen Tür.
Empfang im Rathaus
Als Überraschung hatte er eine erneute Weinprobe mit kleinem Imbiss in dem Kellergewölbe der lokalen Winzergenossenschaft organisiert. Danach war der restliche Nachmittag frei für ausgiebige Shoppingtouren in den reizenden kleinen Geschäften der Innenstadt. Leider waren die Lebensmittelgeschäfte nachmittags geschlossen, weil sie sonntags geöffnet hatten, und man konnte sich nicht mit dem guten Veltliner Obst für zu Hause eindecken. Ein gemeinsames Abendessen in einem typischen Innenstadtlokal beschloss den Aufenthalt in Sondrio.
Ziemlich früh war die Abfahrt nach Tirano zur historischen Berninabahn. Die von der Rhätischen Bahn eingesetzten Triebwagen werden auch heute noch als normales Fortbewegungsmittel von A nach B genutzt. Aber auch als Touristenmagnet neben den speziellen Panaromawaggons. Die Reiseleitung hatte die normalen Waggons der Berninabahn reservieren lassen mit einem lokalen Reiseleiter, es aber leider versäumt, beim Wettergott das richtige Wetter zu bestellen. Gutgelaunt erklärte der Reiseleiter die Aussicht, die man hätte, wenn es keinen Nebel gäbe. Es war ein bisschen schade vor allem für diejenigen, die sich extra wegen der Bahn zur Bürgerfahrt entschlossen hatten, aber man konnte sich auch so die Meisterleistung der Ingenieure und Arbeiter vorstellen, die zwischen 1905 und 1910 diese schwierige Strecke bewältigen mussten. Diese eingleisige meterspurige Bahn fährt teilweise auf Straßentrassen, ist 16 688 km lang und war von Anfang an gedacht als Verbindung vom italienischen Tirano zum schweizerischen St. Moritz. Dort wurde auch die Reisegruppe aus Sindelfingen vom Bus erwartet. Erst beim Einstieg in den Bus begann es zu regnen, vorher war es auf dieser Bürgerfahrt manchmal wolkig, manchmal sonnig, aber nicht zu heiß und nicht zu kalt. Ein perfektes Klima für Städtereisen. In jeder Hinsicht perfekt.
Inspiriert von Ausschnitten aus dem gleichnamigen Gedichtband von Peter Härtling stellen anlässlich der Baden-Württembergischen Literaturtage Jugendliche aus Sindelfingen, Torgau und Frick (Schweiz) eine szenische Collage zusammen mit eigens dazu selbst entwickelten Texten.
Peter Härtling war ein Kriegskind, ein Flüchtlingskind, ein Fremder und Heimatloser, der in Württemberg schließlich doch ein Stück Heimat fand. Wie wirken nun seine Texte auf Jugendliche von heute, die sich mit ähnlichen Themen auseinandersetzen.
„Wir gleichen dem namenlosen Wanderer. Wir wandern nicht mehr, um anzukommen, wir sind unterwegs in einer frostigen, auskühlenden Welt.“ schrieb Peter Härtling einst.
Und auch die Jugendlichen bewegt die Zeit des Umbruchs, der Verunsicherung und Veränderung sehr. Ihre Texte sind beeindruckend, berührend, aber auch witzig und unerwartet.
Was ist es, was wir am Horizont entdecken?
Ihr seid dazu herzlich eingeladen am Freitag, den 20.10. um19h im Theaterkeller in Sindelfingen. Die künstlerische Leitung des Horizonttheaters liegt bei den beiden Regisseurinnen und Theaterpädagoginnen Anke Marx und Annette von der Mülbe. Iniziiert und gefördert ist das Projekt vom Städtepartnerschaftsverein ISPAS und dem Amt für Kultur der Stadt Sindelfingen.
Der Eintritt ist frei. Spenden sind jederzeit gerne willkommen!
Performance von Jugendlichen aus 3 Städten im Rahmen der 34. Baden-Württembergischen Literaturtage. Grundlage der Performance: Verse aus dem Gedichtszyklus von Peter Härtling „Horizonttheater“. Ein Jugendprojekt von ISPAS – Initiative Städtepartnerschaften Sindelfingen.
Jugendliche im Alter von 15 – 17 Jahre aus Frick (Schweiz), aus Torgau (Sachsen) und aus Sindelfingen (Gottlieb-Daimler-Schule II) treffen sich vom 17. bis 20. Oktober auf Einladung von ISPAS e.V., dem Sindelfinger Verein für Städte-partnerschaften, für vier Tage.
Peter Härtling, der im Juli diesen Jahres im Alter von 83 Jahren gestorben ist, verlor als 13-Jähriger Vater und Mutter, und wuchs mit seiner Schwester – nach der Flucht aus Mähren – in Nürtingen auf. Er schrieb Romane, Erzählungen, autobiografische Schriften, Kinderbücher und Gedichte.
Die Gedichte von HORIZONTTHEATER zeichnen sich aus durch ihre einfache Schönheit: „Du, mit der Kinderstimme im Dunkeln: erzähl von verlassenen Straßen…“ Dies ist der Beginn des Gedichtes, das den Jugendlichen als Vorbereitung auf die Performance zugeschickt wurde und das sie zum Anlass für eigene freie Assoziationen nahmen.
Interkulturelle Performance EuropArt
Die Theaterpädagoginnen und Regisseurinnen Annette von der Mülbe und Anke Marx haben mit ihren interkulturellen Jugendprojekten immer wieder Aufsehen erregende Performances und Theaterstücke zur Aufführung gebracht. Man kann gespannt sein, zu welchen gemeinsamen kreativen Gestaltungen die Jugendlichen aus Frick, Torgau und Sindelfingen zum Thema Horizont-Theater gelangen. Die Ergebnisse präsentieren sie am 20. Oktober, 19.00 Uhr im Theaterkeller Sindelfingen. Der Eintritt ist frei, Spenden erbeten.
Am Freitag, 4. August 2017 verstarb Felix Schwank nach kurzer, schwerer Krankheit nur wenige Wochen nach seinem 95. Geburtstag. Mit ihm verliert die Stadt Schaffhausen eine markante Persönlichkeit, die sich während einer langen politischen Laufbahn mit Herzblut für Schaffhausen eingesetzt und auch nach dem Rücktritt aus der aktiven Politik bis ins hohe Alter weiterhin rege am Geschehen Anteil genommen hat.
1960 wurde der damals erst 38-Jährige in den Schaffhauser Stadtrat gewählt. Nach acht Jahren Stadtrat wählten ihn die Schaffhauser Stimmbürger – den Schaffhauserinnen war damals das Wählen und Abstimmen noch verwehrt – zu ihrem Stadtpräsidenten. Zwanzig Jahre blieb Felix Schwank im Amt, unbestritten, wenn auch nicht immer von allen gleichermaßen geliebt. Felix Schwank setzte mit einer neuen Bauordnung und der verkehrsfreien Innenstadt wichtige Akzente bei der Stadtentwicklung Schaffhausens. Ferner förderte er kulturelle Institutionen wie Museum zu Allerheiligen, Stadttheater, Bibliotheken und Stadtarchiv. Durch seine klaren Vorstellungen und seinen Willen, zu gestalten statt zu verwalten, prägte er die Stadt während zweier Jahrzehnte. Mit besonderer Hingabe widmete er sich der Förderung von Kunst und Kultur und im Besonderen der Förderung neuer künstlerischer Richtungen. Durch seine natürliche Autorität wie auch durch seine persönliche Ausstrahlung war Felix Schwank zu einer Vaterfigur, zu einem Stadtvater, geworden. Seine Amtszeit ging deshalb auch als «Ära Schwank» in die Stadtgeschichte ein. Felix Schwank gehörte nicht zu jenen Politikern, die unauffällig im Strom schwimmen. Er vertrat stets seine eigene Meinung, fand aber auch immer Ansatzpunkte zu vermitteln. Er konnte ein recht unbequemer und hartnäckiger Gesprächspartner sein; doch gaben seine Standpunkte immer wieder zu Diskussionen Anlass, die stets respektvoll und auf demokratische Weise geführt wurden. Für vergangene Ereignisse konnte er sich stets auf seine Tagebuchnotizen verlassen, die er sorgsam aufbewahrte. Felix Schwank hatte gesundheitlich auch im hohen Alter kaum Probleme, auch im Geist war er jung geblieben. Bis auf sein Gehör. Es war traurig, als er, naturverbunden wie er stets war, eines Tages sagen musste, „auf einmal hörte ich im Wald die Vögel nicht mehr, plötzlich war es totenstill“. Trotzdem wusste er auch damit umzugehen und verfolgte bis in die letzten Tage seines Lebens das Geschehen in nah und fern.
Neben vielfältigen Kontakten zu Kommunen unterhält die Stadt Sindelfingen derzeit sieben offizielle Städtepartnerschaften und langjährige Freundschaften mit europäischen Partnern. Die erste Städtefreundschaft besteht seit 1948 mit Schaffhausen in der Schweiz. 1952 wurde diese Freundschaft mit einem Vertrag durch den damaligen Sindelfinger Oberbürgermeister Arthur Gruber und dem Schaffhauser Stadtpräsident Felix Schwank besiegelt. Die beiden Männer verband eine jahrelange Freundschaft, die sich nicht nur privat, sondern auch in städtebaulichen und organisatorischen Fragen auswirkte. Der ehemalige Sindelfinger Kulturamtsleiter Dieter E. Hülle hatte zu Felix Schwank ebenfalls freundschaftliche Kontakte. Einige Male lud er zu einer Lesung ins Foyer des Rathauses nach Sindelfingen ein, wo Felix Schwank aus seinen, von ihm erschienenen Büchern und Aufzeichnungen vorlas.
Jugendliche im Alter von 15 – 18 Jahren aus der Schweiz, Torgau und Sindelfingen, also maximal 12 bis 15 Jugendliche, treffen sich vom 17. – 20. Oktober in Sindelfingen zu einer Schreib-Performance-Werkstatt unter Anleitung der Theaterpädagoginnen und Regisseurinnen Anke Marx und Annette von der Mülbe.
Thema dieser Schreib-Performance-Werkstatt ist „HORIZONTTHEATER“. Dies ist der Titel eines Gedichtzyklus von Peter Härtling. Aus diesen Gedichten haben die beiden Theaterpädagoginnen folgende Verse als Impuls für die Jugendlichen ausgewählt:
Du, mit der Kinderstimme im Dunkeln: erzähl von verlassenen Straßen, … und der halbierten Brücke, du, erzähl, wie dein Land verschwand.
In einer Vorbereitungsphase bitten wir die Jugendlichen darum, zu diesen Zeilen etwas zu schreiben (Gedicht, Erzählung, Tagebucheintrag, Brief usw.) und uns dies zu schicken. Wenn sie möchten, können sie uns zusätzlich auch Fotos oder Collagen, die sie selbst angefertigt haben, schicken.
Auf der Grundlage dieser Schreibarbeit, Fotos und Collagen bereiten die beiden Theaterpädagoginnen den Workshop vor.
Der Ablauf dieses Workshops sieht wie folgt aus: Dienstag, 17.10., Mittwoch, 18.10. und Donnerstag 19.10., findet von 9.00 – 13.00 Uhr das Arbeiten mit den beiden Theaterpädagoginnen statt. Am Nachmittag dann das von ISPAS organisierte Beiprogramm.
Am Freitag, 20.10. geht der Workshop über acht Stunden. Er endet mit einer Performance der Jugendlichen im Theaterkeller, Vaihinger Straße 14. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht.
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