Kategorie: Chełm

  • Delegation von Chelm zum Partnerschaftsjubiläum im Sindelfinger Rathaus

    Delegation von Chelm zum Partnerschaftsjubiläum im Sindelfinger Rathaus

    Festakt der Stadt Sindelfingen zu den Partnerstadtjubiläen in den Jahren 2020 bis 2022 am 10.12.22 in Sindelfingen
    Chelm: 20 Jahre

    Fotos: Dettenmeyer

     

  • Hilfsersuchen aus Chelm für Ukraine-Flüchtlinge

    Liebe Mitglieder, Freundinnen und Freunde unseres Vereins

    Die Flüchtlingswelle aus der Ukraine nach Polen rollt täglich weiter. Die Stadt Chelm nimmt pro Tag 600 Flüchtlinge auf, eine ganz schön hohe Zahl.

    Die Stadt Chelm hat aufgelistet, was am nötigsten gebraucht wird. Gerne leite ich diese Liste an Sie weiter und bitte nochmals um großzügige Unterstützung.

    In Kürze wird auch ein Spendenkonto eingerichtet werden. Nähere Einzelheiten darüber erfahren Sie zu einem späteren Zeitpunkt.

    Was dringend benötigt wird:

    – haltbare Lebensmittel

    – Einwegbesteck, -teller

    – Zahnpasta, Zahnbürste

    – Unterwäsche für Männer (auch thermoaktive), für Frauen, für Kinder

    – Pampers Nr. 5 (für Kinder mit Gewicht bis 15 kg)

    – Pampers für Senioren

    – feuchte Handtücher

    – Verbandsmittel

    – Kosmetika (Seifen, Handcremen usw.)

    – Papierhandtücher

    – Toilettenpapier

    – Bettwäsche, Decken, Schlafsäcke

    und spezialisierte Fachgeräte, die den Soldaten in Einsatz in der Ukraine behilflich sein könnten.

    Vielen Dank für alles was Sie für die Kriegsflüchtlinge und für unsere Partnerstadt Chelm tun.

    Viele Grüße

    Brigitte Stegmaier, Vorsitzende

  • ISPAS-Spendenaufruf Ukraine-Hilfe

    Unsere Vorsitzende Brigitte Stegmaier hat mit folgendem Text alle Mitglieder, Freundinnen und Freunde unseres Vereins zur Unterstützung der Ukraine-Hilfe und vor allem unserer polnischen Partnerstadt Chelm aufgerufen:

    Sindelfingens Partnerschaftsverein ISPAS e.V. unterstützt die Ukraine-Hilfe der
    Organisation „HELFEN STATT HAMSTERN“
    Unsere polnische Partnerstadt Chelm liegt nur wenige Kilometer von der ukrainischen Grenze
    entfern und viele Flüchtlinge aus der Ukraine warten nach langen Fahrten und Fußmärschen
    darauf, in Polen aufgenommen zu werden. Die Stadt Chelm hat Flüchtlingslager eingerichtet
    und hofft, dem starken Ansturm gewachsen zu sein. Es fehlt an lebensnotwenigen Dingen des
    Alltags. Bitte helfen auch Sie mit und unterstützen Sie die Hilfsaktion von „HELFEN STATT
    HAMSTERN“ für die vielen betroffenen Personen aus der Ukraine und zeigen Sie dadurch die
    Solidarität mit diesem Land. Putin hatte den Angriff lange geplant, hat alle Weltmächte und die
    EU belogen, hat den Krieg begonnen und will ihn mit aller Macht gewinnen. Das darf nicht
    sein! Bundeskanzler Olav Scholz sagte: Es ist nicht Russlands Krieg, sondern es ist Putins
    Krieg. Ja, er alleine will aller Welt seine Macht beweisen und Russland wieder (wie es
    flächenmäßig einmal war) zusammenführen.
    Denken Sie an die vielen Menschen, die jetzt heimatlos sind, die Häuser, Wohnungen, Hab
    und Gut verloren haben, an Familien, die getrennt wurden und nicht wissen, ob sie einander
    jeweils wiedersehen werden, und an die vielen Kinder. Es ist für alle eine schwere Zeit und
    bestimmt auch ein Umbruch für ganz Europa.
    Hier der Aufruf von HELFEN STATT HAMSTERN und Informationen zur Sammelaktion
    Was ist der Plan?
    Wir sammeln vom 01.03.-13.03. in Sindelfingen Hilfsgüter-Sachspenden. Einen Teil der
    Hilfsgüter werden wir am 14.03. mit einem Lkw in unsere polnische Partnerstadt Chelm fahren,
    die nur wenige Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt liegt. Dort werden in den
    nächsten Tagen sehr viele Kriegsflüchtlinge erwartet. Auch nach Moldawien wollen wir einen
    Teil der Sachspenden bringen/schicken, dorthin fliehen aktuell ebenfalls viele Familien aus der
    Ukraine. Den restlichen Teil der Hilfsgüter wollen wir z.B. nach Freiburg und Filderstadt bringen
    – diese Städte werden in den nächsten Wochen wohl Familien aus deren ukrainischen
    Partnerstädten Lviv und Poltava aufnehmen. Falls ukrainische Familien in Sindelfingen
    ankommen, werden diese von uns auch mit verbliebenen Hilfsgütern versorgt. Wir sind auch
    im Austausch mit Menschen in der Ukraine, gegenwärtig scheinen die Transportwege in das
    Land – auch für Hilfsgüter – aber blockiert oder zumindest nicht gesichert, dass die Hilfsgüter
    nicht in falsche Hände geraten.
    Was kann man spenden? Alles, was hilft und haltbar ist. Kleidung, kleine
    Haushaltsgegenstände, Verbandsmaterial, Masken, Sportsachen, Wasser, Konserven,
    haltbare Lebensmittel (Reis etc.), Isomatten, Decken, Rucksäcke, Hygieneartikel,
    Klopapier und so weiter. Auch Umzugskartons – diese brauchen wir, um die Sachen zu
    verpacken. KEINE Geldspenden!
    Wo und wann? Sachspenden können an der Klosterseehalle (Sommerhofenpark 1)
    abgegeben werden – ein Plakat zeigt Ihnen genau, wo. Die Sammelaktion läuft (vorerst) vom
    01.03.-13.03. Ein Helfer von uns und/oder der Jugendbürgerstiftung wird täglich (Mo-So) von 10 bis 17 Uhr da sein und Ihre Spenden annehmen

  • Antwort aus Chelm bzgl. der Pandemie Stand Dezember

    Heute möchte Brigitte Stegmaier Ihnen einen Überblick darüber geben, wie es im Corona-Winter in unseren Partnerstädten aussieht. Mitte Dezember hat sie mit allen für unseren Verein zuständigen Personen Mail- oder Telefonkontakt gehabt. Hier nun die Mitteilung aus:

    Chelm: Vielen Dank für Ihre E-mail. Bei uns in Chełm sieht die Situation auch nicht so optimistisch aus. Unser Leben ist auch bei Coronavirus sehr beschränkt. Die Schulen, Universitäten, Restaurants sind geschlossen. Es besteht die Pflicht, die Schutzmasken zu tragen. Kulturelle Veranstaltungen, Treffen und Kontakte über 5 Personen sind verboten. Die Zeit ist sehr schwer. In der Stadt ist  viel los. Neue Strassen sind gebaut. Wir konzentrieren uns jetzt auf Aktivitäten, die keine Bedrohung für die menschliche Gesundheit bilden. Wir realisieren jetzt ein Zyklus der Wandmalereien. Letztens sind auf Chelmer Gebäude Bilder eines Malers erschienen, der in Chełm geboren wurde. In der Stadt haben wir neue Weihnachtsbeleuchtungen, die die Weihnachtsatmosphäre einführen. Wir planen auch Figuren der Bären in verschiedenen Plätzen der Stadt zu lokalisieren. Sie sollen den Charakter verschiedener Institutionen präsentieren, z.B. ein Bär mit einem Buch wird sich neben der Bibliothek befinden. (wie in Berlin :)). Wenn es um Gesundheit geht, bin ich gesund. Mein Bruder hatte Covid-19. Manche Mitarbeiter sind auch krank. Letzte Woche wurden wir im Stadtamt untersucht wegen Antikörper. Ich und meine Kollegen aus der Abteilung sind gesund. Alles vor uns. Ich hoffe, dass die dritte Welle kommt nach den Impfungen. Es wäre schön, nächstes Jahr zur Normalität zurückzukommen und wieder einander besuchen. Ich wünsche Ihnen frohe und gesunde Weihnachten und besseres Neues Jahr.

    Liebe Grüsse an alle Freunde aus Sindelfingen, Aneta Szostak

  • SZ/BZ. das Corona-Virus in unseren Partnerstädten – Chelm

    SZ/BZ. das Corona-Virus in unseren Partnerstädten – Chelm

    Über das Corona-Virus und seine Auswirkungen auf unsere polnische Partnerstadt berichtet Peter Bausch am Beispiel von Aneta Szostak, die bei der letzten Bürgerfahrt nach Chelm und beim Straßenfest übersetzt hat.

     

    2020-04-14_Corona Chelm Peter Bausch

  • Unterwegs in Polen – Begegnungen mit Menschen, ihrer Geschichte und Heimat

    Unterwegs in Polen – Begegnungen mit Menschen, ihrer Geschichte und Heimat

    Zu einer Lesung mit Hans Bollinger, umrahmt von Liedern, lädt das Amt für Internationale
    Angelegenheiten der Stadt Sindelfingen in Kooperation mit dem Verein Initiative Städtepartnerschaften
    Sindelfingen (ISPAS) am Donnerstag, 4. April um 19 Uhr in den Oberlichtsaal, Rathausplatz 4 (Eingang
    Stadtbibliothek) herzlich ein.
    (mehr …)

  • Chelm – Rückblick und Beginn der Partnerschaft

    Flag of Chełm

    Ursprung und Beginn der Partnerschaft

    Vor 18 Jahren kam erstmals eine Gruppe von Schülern und Lehrern aus Sindelfingen ans Stefan-Czarniecki-Lyzeum. Für uns alle bedeutete das zunächst eine Reise in ein unbekanntes Land zu unbekannten Menschen. Unbekannt, obwohl man besonders in Südwestdeutschland vor 170 Jahren den vertriebenen freiheitsliebenden Polen zugejubelt hat. Einer von ihnen führte damals die revolutionären badischen Demokraten gegen die preußische Militärmaschine. Später ist eben alles geschehen, um diese Verbundenheit vergessen zu machen.

    Einige Empfindungen, die ich bei diesem ersten Besuch hatte, habe ich im Oktober 2000 versucht einzufangen.

    Solidarität und Verständnis

    In unserer Partnerschule geht es geschäftiger zu als am Goldberg-Gymnasium. Es gibt nur erwachsene Schüler der Oberstufe, die in den Pausen durch die Gänge ziehen und ihre Fachräume suchen. Die Wege sind labyrinthisch. Auf der Toilette findet sich der deutsche Kollege kaum zurecht. Der Zigarettenrauch ist wie Nebel: Er hustet und weiß nicht mehr, was er dort eigentlich will. Die polnischen Gastgeber geben sich resigniert: „Es gibt bei uns keine Raucherecke“.

    Was soll überhaupt Perfektion? In Chelm erscheint uns das Straßenpflaster manchmal holprig. Viele Fassaden sind noch blass oder eingerüstet. Der freundliche Schutzgeist, weiß gewandet, der in den Katakomben des Kreidebergwerks unter der Stadt erscheint, erteilt Mahnungen und Rat, aber auf Polnisch. Dann wartet er auf die Übersetzung. Das dauert eine Weile, aber Improvisation ist alles.

    Noblesse und Toleranz

    Die Adelsfamilie der Zamojski hatte in der Nähe ein Schloss. Heute ist es Staatsbesitz, mit Sorgfalt restauriert, der Park hoch gepflegt. Das letzte Gemälde der Ahnenreihe zeigt die Familie um 1930: die Hausherrin, jung, vornehm, im hellen Kleid. Sicher, auch  hier wurde Personal ausgebeutet. Aber der Vorfahr Jan Zamojski hat in der Nachbarschaft die Renaissance-Stadt Zamosc gegründet. In ihr lebten Polen, Juden, Deutsche, Armenier, Griechen, Russen und Türken friedlich zusammen. Rosa Luxemburg ist dort geboren. Unter den Nazis sollte sie den Namen „Heinrich-Himmler-Stadt“ bekommen.

    Tradition mit Mut zum Pathos

    Alle zehn Jahre treffen sich im Stefan-Czarniecki-Lyceum die Ehemaligen. Ein Weißhaariger und ein Junger tragen die Fahnen der Schule zur Tribüne im Hof. Reden werden gehalten. Dann singen alle die Nationalhymne „Noch ist Polen nicht verloren…“

    Am Abend geht man zum Schulball in der Sporthalle. Der Kollege vom GGS nippt muffig an seinem Wodka. Er liebt die Konversation, aber auf Deutsch, Englisch oder Französisch ist nichts zu erreichen. Die Gastgeberinnen haben sich zu ihren alten Abiturienten davongemacht. Da, der Lichtblick: Eine junge Dame fordert ihn zu einem Tänzchen auf. Nach der flotten Rock-Runde verabschiedet er sich mit der Verbeugung, die er in der Tanzstunde gelernt hat. Sie deutet lächelnd einen Knicks an.

    Entsetzen und Mitleid 

    Besichtigung des Konzentrationslagers Majdanek. Wir werden in die Häftlingsbaracken geführt. Von hier aus ging es für die Gedemütigten in die Gaskammern. Man zeigt an der Decke die Öffnungen, durch die das Gift geworfen wurde. An den Öfen des Krematoriums vorbei  schließlich zum Aschehügel mit den weißlichen Knochensplittern. Er hat vierzig Meter Durchmesser und ist mehrere Meter hoch. Heute liegt er unter einer Betonkuppel. Der herbstliche Ostwind ist kalt. Wenn die Hölle je auf die Erde kam, dann hier.

    In Krakau gibt es die Judenstadt Kasimierz. Auf der Breiten Straße wurden Szenen für den Film „Schindlers Liste“ gedreht. In der Synagoge liegen elf Gebetbücher auf den Pulten. Sie gehören denen, die von 70 000 übrig geblieben sind. Am Abend trinken wir ein Bier in einer Wirtschaft, die aussieht wie Großmutters Wohnstube. Häkeldeckchen auf den Tischen, ein Sofa in der Ecke.  Drei  junge Leute spielen jiddische Klezmermusik. Es sind Polen, Studenten der Krakauer Musikhochschule.

    Zeitlosigkeit

     Am Ufer des Bug läuft die Grenze zu Weißrussland. Inmitten von Wiesen liegt das Kloster des heiligen Onufrios unter alten Bäumen. Die orthodoxen Mönche beten seit 500 Jahren und ringen um die Vereinigung mit Gott. Der Fluss strömt unter den herabhängenden Ästen murmelnd  rasch vorbei. Bei Hochwasser wird der Platz des Klosters zur Insel.

    Gastfreundschaft

     Wir hörten, die Goldbergler fühlten sich wohl bei ihren Gastfamilien. Es gab große Trauer beim Abschied. Die Verständigung ging auf Deutsch, Englisch, Französisch vor sich. Wenn die deutschen Lehrer doch schon so viel Polnisch gelernt hätten wie ihre Eleven! Am Abend trifft man sich unter Freunden zum Grillfest in einem frühherbstlichen Garten. Die Bewirtung ist üppig. Dann die Gesänge zu Gitarre und Akkordeon: „Wir versaufen unsrer Oma ihr klein Häuschen…“ auf Polnisch. „Kalinka“ weist nach Osten.

    Das Wodkaglas wird aufmerksam immer wieder gefüllt. Heimlich lässt der undankbare Gast den Inhalt auf den Boden fließen. Im Gras fällt das nicht weiter auf.

    Und jetzt:

     Beim gemeinsamen Besuch in Heidelberg im Frühjahr 2009 waren die polnischen Schüler und ihre deutschen Gastgeber nicht mehr auseinanderzuhalten. Sie waren nun e i n e Gruppe.

    Die Spur dieser Erfahrungen, die die polnischen Freunde uns vermittelt haben, hat sich in den folgenden Jahren tief eingegraben. Sie führt weg von historischem Vorurteil und politischem Gezänk. Niemand darf die Katastrophen der Vergangenheit vergessen. Aber da ist für die Alten zum Glück die Chance, für die Jungen die Gewissheit des Neuanfangs bei einem offenen Zusammenleben in Europa.

    Der Gemeinderat nimmt später die Anregung durch die Schule auf und begründet die Städtepartnerschaft.

    Gerhard Böhm

     

     

     

  • Bürgerfahrt nach Chełm / Polen vom 07. bis 12. Juli 2016

    Bürgerfahrt nach Chełm / Polen vom 07. bis 12. Juli 2016

    37 Bürgerinnen und Bürger fuhren am 07. Juli pünktlich mit einem Reisebus der Firma Hassler zum Flughafen und mit dem Flieger weiter nach Krakau.

    07. Juli Ankunft

    Nach einem ruhigen Flug kommen wir 20 min. früher als geplant in Krakau an. Unsere erste Reiseführerin unterhält uns in einem lustigen Kauderwelsch. Wir fahren durch eine landwirtschaftlich geprägte kleinräumige intensiv genutzte und gepflegte Landschaft. Weizen- und kleine Gemüsefelder, die an unsere schwäbischen Handtuchfelder erinnern, wechseln sich ab. In der Ferne sehen wir das älteste Gebirge Europas, das 400 Mio. Jahre alte Heiligkreuzgebirge. Es galt auch als Treffpunkt von Hexen.

    Die Führerin rühmt Polen als Hauptanzuchtgebiet von Tomaten, es gäbe auch 1.200 Erdbeersorten. Es wird auch Dessertwein angebaut. An der Strasse ziehen sich kilometerlang Obstanlagen hin. Neben Kernobst auch Beeren aller Art.

    Uli Fritz informiert:

    Polen ist etwa so groß wie Deutschland, hat aber nur halb so viel Einwohner. Auch die Landwirtschafts- und Waldflächen sind ähnlich. Die angebliche Arbeitslosigkeit von 7% wird von der Reiseführerin in Frage gestellt. Es gäbe wenig Unterstützung vom Staat und daher gingen viele zu Arbeit und Studium ins Ausland. 40% der Polen lebten im Ausland, es gäbe z.B. auch in Frankfurt polnisch geprägte Stadtteile. Das polnische Parlament verabschiedet 1791 die erste moderne Verfassung, die auch Vorbild der amerikanischen Verfassung ist. 1918 wurde Polen auf Druck der USA wieder gegründet. Bei Lublin befinden sich die größten Kohleflöze Europas. Es werden auch neue erschlossen. Polen setzt auf Kohle.

    Im Schlösschen Palac Smilowice essen wir in sehr schönem Ambiente sehr gut.

    Für 3 Tage machen wir Station im Hotel Kamena in Chełm. Das Abendessen nehmen wir im Restaurant Toscana ein.

    08. Juli in Chełm

    Unter der Leitung von Aneta Szostak besichtigen wir Chełm und Umgebung. Auf einem Hügel über Chełm liegt das Kloster und der Ursprung von Chełm, aus dem 13. Jahrhundert. Unterwegs besuchen wir eine sehr gute Bäckerei, mit vielfältigem Angebot, die auch sehr gutes Eis bietet. Danach gehen wir in die Katakomben des Kalkbergwerks. Kilometerlange Tunnel, die sehr gut restauriert sind, unterhöhlen Chełm. Früher wurde von jedem Haus aus planlos gegraben, bis Mitte des 19. Jahrhunderts, dies untersagt wurde. Die Kreidegruben befinden sich jetzt außerhalb. Die Kreide ist u.a. Bestandteil von Zahnpasta. Gruseliger Höhepunkt ist das Erscheinen des Geistes. Das Mittagessen nehmen wir in Restaurant Gesie Sprawki ein. Es gibt u.a. mit Kalbfleisch gefüllte Pilze. Der Nachmittag steht zur freien Verfügung. Ich besuche Familie Obst, mit Cerealienfabrik, deren Sohn bei uns als Gast während des ERASMUS-Programms war. Abends werden wir im Forellenrestaurant Pstragowo vom Vizebürgermeister empfangen.
    09. Juli Lublin und Umgebung

    ispas-gruppe-2016Der Ursprung Polens liegt, lt. Reiseführerin in der Lubliner und Chełmer Gegend. Ursprünglich drängte Polen nach Osten. Die Ukraine mit Wilna und Kiew, bis ans Schwarze Meer, umfasste das großpolnische Reich. Die Ukrainer erhoben sich im 2. Weltkrieg gegen die Polen und haben 30.000 ermordet.

    1965 gab es bereits den Hirtenbrief der polnischen Bischöfe zur Versöhnung mit Deutschland. 80% der Polen behaupten praktizierende Katholiken zu sein.

    Die polnischen Bauern haben sich der Kollektivierung erfolgreich widersetzt.

    Allerheiligen ist ein großes Fest über 2 Tage, das auch der Familienzusammenführung dient, dementsprechend ist auch der Verkehr.

    Neben Posen ist Gniesen, das alte Zentrum von Großpolen. Dort ist auch der Sitz des Primas. Gniesen bedeutet Nest des weißen Adlers. Darauf soll auch das Weiß in der polnischen Flagge hindeuten.

    Besuch des Schlosses  Kozlowka:

    Seit 1799 ist die Geschichte des verspielten Schlösschen Kozłówka unweit von Lublin untrennbar mit den Zamoyskis, einer der prominentesten Familien unter der polnischen Aristokratie, verbunden. Die große Bedeutung der Familie begründete der humanistisch umfassend gebildete (1563 wurde er zum Rektor der Juristischen Fakultät der Universität von Padua gewählt.) Großkanzler und Feldherr Jan Zamoyski (1542-1605). Er schuf das erste Majorat auf polnischem Gebiet (die sog. Ordynacja Zamojska, aufgelöst erst nach dem Zweiten Weltkrieg im Zuge der Bodenreform), gründete die „ideale“ Stadt Zamość und stiftete hier die Akademia Zamojska – die nach den Universitäten in Krakau und Wilna dritte polnische Hochschule. Jan Zamoyski erbte 3 Dörfer und gründete 149 Dörfer, 6 Städte, viele Mühlen, Brauereien und Schmieden. Die Familie leistete immer Widerstand gegen die Besatzer. 1944 wurde sie enteignet, behielt nur noch Wohnrecht im Schloss.

    Lublin:

    Wir gehen durch eine prächtige Stadt mit schönen bemalten gotischen Häusern. Die Schlosskapelle von 1430 ist byzantinischen Ikonenstil bemalt.

    1865 waren 60% der Bevölkerung jüdisch. Heute gibt es fast keine Juden mehr.

    Exkurs zur Geschichte:

    966 bewog die aus Tschechien stammende christliche Königin ihren Mann das Christentum anzunehmen. Dies fiel in die Zeit der Begründung des 1. Königtums, mit Unterstützung des Kaisers Ottos des Ersten, dem der polnische König lehenspflichtig war.

    Maidanek:

    Beklemmender Aufenthalt im ehemaligen Konzentrationslager. In den Schlafbaracken waren teilweise bis zu tausend Frauen, anfangs ohne Pritschen bzw. sonstiger Einrichtung eingepfercht. Es gab mehrere Felder  a`24 Baracken. Es war kein erklärtes Vernichtungslager, aber es herrschten chaotische Zustände und der Tod der Häftlinge war einkalkuliert und erklärtes Ziel. Das Lager liegt in unmittelbarer Nachbarschaft von Lublin, die Häftlinge wurden über die Hauptstraße getrieben und der Gestank der Verbrennungsöfen lag über der Stadt.

    blick-auf-die-stadt_Abends in Chełm:

    Treffen mit den Deutschlehrerinnen und sehr schönem Buffet mit Flusskrebsen im Restaurant Gospoda 100 Pociech. Die meisten Lehrerinnen sind trotz Ferienzeit gekommen und wir erleben einen sehr unterhaltsamen Abend. Höhepunkt ist die Lesung aus dem “König der Diebe” und das Vorspielen von Rappsongs nach klassischen Vorbildern, u.a. “Der Erlkönig”. Es wird auch Interesse für einen Besuch des ISF bekundet. Es soll ein Team mit einer Gastronomielehrerin kommen, der Stadtvizepräsident will sich um den Transport kümmern.

    10. Juli Aufbruch von Chełm

    Exkurs in Geschichte:

    Der Sieg des polnischen Königs über die Deutschordensritter im Jahr im Jahr 1410 wird alljährlich am 14.07. nachgestellt.

    Auffallend unterwegs sind die vielen Neubauten einheitlich in Gelb und mit Säulen; angeblich in Eigenleistung gebaut von Auslandspolen.

    Die erste Autobahn führt von Kattowitz nach Warschau – 400 km. Eine weitere wurde, mit Unterstützung der EU von Dresden nach Breslau – 100 km- gebaut.

    Lt. Reiseführerin ist die kath. Kirche sehr reich; trotzdem bekommen Priester eine “gute” Rente vom Staat.

    Szczebrzeszyn [ʃtʃɛ’bʒɛʃɨn]: berühmt für seinen Zungenbrecher über den Käfer im Schilfrohr

    Naturschutzgebiet Roztocze:

    Gut erschlossen mit Holzbohlenwegen. Es bietet sich für einen Kurzurlaub in Bungalows an; wir haben in der Kürze der Zeit nur einen kleinen Eindruck. Infolge der nationalen Aufstände sind auch heute noch die Bäume mit Kugeln durchsiebt, welches immer noch Probleme beim Sägen erzeugt. Die Holzkirche bei Gorecko mit der schönen Umgebung, mit Baumheiligtümern und einer sprudelnden Quelle laden zum Verweilen ein, aber die Zeit drängt.

    Zamosc – Perle der Renaissance:

    Die nächste Station ist für mich die schönste Stadt, die nicht einmal von den italienischen Städten übertroffen wird. Architekten werden noch heute Bernardo Morando beneiden. Der venezianische Architekt bekam Ende des 16. Jahrhunderts vom damaligen Großkanzler Jan Zamoyski den Auftrag zum Bau von Zamość. Rücksicht auf alte Bausubstanz brauchte er nicht nehmen. Die Stadt sollte auf freiem Feld errichtet werden. So schuf Morando die „ideale Stadt“, der er seinen (italienischen) Renaissance-Stil verlieh. Als Vorbild diente ihm die italienische Stadt Padua. Die Arbeiten begannen 1581 und 1605 konnte Morando seine „Perle der Renaissance“ an Zamoyski übergeben.
    Wir sitzen in zauberhaften Straßencafés und genießen den Blick auf  prachtvolle Kaufmannshäuser in wunderschönen Pastellfarben. Die Händler kamen sogar aus Griechenland und Armenien. Wir stehen auch vor dem Geburtshaus von Rosa Luxemburg. Mit Bahn oder Bus erreicht man die Stadt in 1,5 Std.

    Exkurs Geschichte und Politik.:

    Der ungarische König Bartody war einst im 16. Jhdt. auch König von Polen und Siebenbürgen.

    Am 15.08.1920 gab es das Wunder der Weichsel als Pilsulski die Bolschewiken schlug.

    Ein Arzt verdient 450 Euro.

    Die neue Regierung setzt auf Sozialleistungen und auskömmliche Renten. Daher hat sie auch eine große Anhängerschaft. Es gibt aber auch viele junge Leute, welche die PIS-Partei förmlich hassen. Lech Waleska versuchen die neuen Machthabe zu diskreditieren.

    Sandomierz:

    Wir beziehen das Hotel Baztowy. Die Stadt liegt auf einem Hügel und hat eine idyllische Innenstadt auf welchem gerade ein Krämermarkt mit Angeboten aus der Region stattfindet. Die Stadt wird geprägt von einer Backsteingotik-Kirche. Auch diese ist mit byzantinischer Malerei ausgestaltet. Der Ort liegt an Sam und Weichsel. Der Sam entspringt in den Südostkarpaten. Umgeben ist sie von fruchtbarem Lößboden, der von der Ukraine herein reicht. Dementsprechend werden allerlei Früchte, Gemüse und Tomaten angebaut.

    Krakau 11. Juli:

    Es ist eine wahre Königsstadt mit prachtvoller Bebauung. Sie war auch viele Jahrhunderte Königssitz und wurde entsprechend ausgebaut. Besonders beeindruckend ist der 13 m hohe Veith-Stoß-Altar in der Marienkirche. Die Figuren sind 2,5 m hoch. Stoß hatte Probleme mit einem Banker und fälschte Urkunden. Er wurde, obwohl er in Nürnberg gepfählt wurde, 90 Jahre alt.

    Am beeindruckendsten für mich ist Schindlers Fabrik, die wir nach langem Fußmarsch jenseits der Weichsel erreichen. Unterwegs stehen wir auch vor der Ghettowand. Am Abend sitzen wir noch im jüdischen Viertel, essen Piroggen und hören Klezmer-Musik.

    Rückflug 12. Juli

    Nach erlebnisreichen Tagen und voller Eindrücke, die unser Polenbild ganz neu erscheinen lassen, kehren wir wohlbehalten nach Sindelfingen zurück.

    Wolfgang Trefz / 2016

  • Chełm Reisereime

    Chełm Reisereime

    ISPAS-Bürgerreise nach Chełm, 07. – 12. 07. 2016.

    Erwünscht oder doch nicht?
    Mein kommentierender Bericht,
    Ganz subjektiv, vielleicht auch schief,
    Zusammengefasst, wie alles so lief
    auf der 1. Bürgerfahrt in die Partnerstadt Chełm,
    mit bunten Häusern, Kreidestollen und Dom.

    Donnerstag, 07.07.16

    EM – und albtraumartig ist die Nacht,
    Hat mich um meinen Schlaf gebracht.
    Es ist ein richtiger Graus,
    Hauen die Franzosen uns raus?
    Niemand bringt den Ball rein,
    Überall steht ein französisches Bein!
    Jetzt ein Pfiff – das Spiel ist aus. —
    Aufgeschreckt im Bett sitz‘ ich schon,
    Doch war das nicht ein ganz anderer Ton?
    Kein Pfiff, sondern mein Wecker nur,
    Bin erleichtert zurück auf der richtigen Spur.
    Stehe dann schnell auf, weil ich muss,
    Denn um 8 Uhr fährt ja schon unser Bus.
    Bringt uns zum Flughafen hin,
    Denn Polen steht uns im Sinn.
    Chełm, die Partnerstadt, ist unser Ziel
    Und von der Reise erwarten wir viel.
    Da von ISPAS als Bürgerfahrt organisiert,
    Ist viel Interessantes gleich garantiert.

    Verheißungsvoll ist schon der Start,
    So ganz nach Traditions-Sommer-Art.
    Ausnahmsweise ist nämlich der Himmel blau,
    Ohne das übliche 2016-Grau.
    37 freundliche Gesichter strahlen um die Wette,
    Viele bekannte, dazu unbekannte, allemal nette.
    Stadträte unter uns gibt es drei,
    die Bürgermeister jedoch haben frei.
    Roland Stein vertritt die Verwaltung,
    half Brigitte bei der Reisegestaltung.
    War ganz vereins-initiativ,
    diese Reise ins Leben sie rief.
    Bürgerfahrten gehören zur ISPAS-Tradition,
    Und viele davon gab es auch schon,
    Führten in andere Partnerstädte,
    Dabei war Dronfield das 1. Glied in der Kette.

    Für fast alle ist Chełm noch unbekannt,
    Für Dorothee jedoch vertrautes Land.
    Genauso für Herrn Frohnmayer, nicht nur ein Altstadtrat,
    Sondern schon immerhin auch ein Mann der Tat.
    Und natürlich Peter Bausch. Wird wieder berichten
    In der SZ/BZ allerlei bunte Geschichten.

    Beim Einchecken half eine emsige Mainzelfrau,
    Nahm alles sehr, sehr genau,
    tippte unsere Daten gewissenhaft ein,
    Dafür gab’s dann einen Boarding Schein
    Und Sicherheitsleute ließen bei Gate 159 uns ein.

    Unsere Vorfreude hat das Gefühl fürs Warten verschoben
    Und waren wir erst einmal am Himmel oben,
    Brachte uns Eurowings in kaum eineinhalb Stunden
    Nach Krakau, wo Yvonne uns gefunden.
    Kaum hatten wir nämlich Käse- und Salamibrötchen auch,
    Dazu Kaffee und Coke in unserem Bauch,
    Setzten wir schon zum Landeflug an:
    Krakau in Sicht und die Landebahn.
    Ohne Kontrolle reisten wir aus und hier ein,
    kein Passgesuche, oh wie fein!
    Das Wunder ‚Europa‘ ist zwar in Not,
    Aber selbst in Polen ist Schengen nicht tot.

    Unser Mercedes-Bus ist bequem, fühlen uns fast wie zu Haus.
    In der Wechselstube schnell Zloty getauscht,
    durch Industrievororte mehr gestaut als gerauscht,
    Bekommen wir nach einer Stunde große Augen,
    Steigen in einem Rosenparadies aus.
    Es blüht und grünt im Herrenhaus-Park,
    Nur der Fahrweg ist schmal, und zwar arg.
    Wir speisen gepflegt,
    Zum ersten Mal werden wir polnisch umhegt.

    Als wir weiterfahren wollen, sitzt unser Bus auf.
    Haben wir etwa jetzt schon zu viele neue Pfunde drauf?
    Noch vor der zweimal 3-Gänge-am-Tag-Kur.
    Erst später sieht man davon dann die Spur.
    Hier wird es wohl eher weicher Untergrund sein,
    Doch [Bischeck], unser Fahrer, meistert die Probleme gut allein.
    Liebliche Landschaft in harmonischem Licht,
    Urlaubsstimmung, wie jeder sie mag,
    Und das gleich schon am 1. Tag.
    Yvonne stört auch die Schläfer nicht.
    Sagt nämlich nichts ins Mikrofon,
    Trotzdem hört man einen hohen Dauerton.
    Labert auf den Fahrer ein, der bleibt trotzdem wach,
    Und manch vorne Sitzende denkt: “Ach so ein Krach“.

    Zentrale polnische Ebene, immer wieder Berge im Blick,
    Fruchtbares Land mit Beeren und Obstplantagen ohne Zahl.
    Yvonnes Missverständnis von Kirschen und Kirchen eine schon
    wieder nette Qual.
    Ihre Kommentare versteht man schwer,
    Geben aber auch nicht viel her.
    Hier ein Schloss und dort ein Hexenbrauch,
    Alles eben „seeehr aaalt und Museum auch“.
    Niemand etwas versäumt,
    Wenn er schon vom Superspiel abends träumt!

    Unterwegs noch ein Schlange-Stehen-Toiletten-Halt.
    Das Warten verkürzt man mit Wasserkauf und Bier, frisch und kalt.
    Aufklärung im Bus, Yvonnes Lektion,
    Alkohol-Prozente – Sie wissen schon?
    11 beim Bier gefallen mir,
    Doch Wodka, 60, 70 Prozent und mehr –
    Schon beim Drandenken wird der Kopf mir da schwer.
    Für Yvonne wird es lustig nach dem 2. Glas
    und nach dem dritten hat sie so richtig viel Spaß.
    Jetzt will sie, dass wir „liedern“, ein nettes Verb,
    Da freut sich sogar mein Gartenzwerg.
    Doch auf den kommt es weniger an.

    Wo bleiben die Informationen über ihr Land?
    Hat sie sie unter dem Hut,
    Versteckt sie sie gut.
    Was sie sagt, was sie nicht sagt,
    Viele im Bus gehörig plagt.
    Soll die lange Fahrzeit einfach so weiter verstreichen
    Oder soll ich ein paar Grundinformationen weiterreichen?
    Soll ich meinen eigenen Vorsatz brechen
    Und z.B. über Geschichte sprechen,
    Ohne die heute man
    Polen nicht verstehen kann?

    Ein Land reich an Kultur,
    Slawische, deutsche, jüdische Traditionen,
    Die sich befruchten, das Miteinander belohnen.
    Dazu tausend und fünfzig Jahre Christentum,
    Prägten die Menschen, treiben sie um,
    fleißig und tüchtig, im Schnittpunkt der Handelswege
    Schufen sie Wohlstand, waren allen voraus und nicht träge.
    Andererseits Spielball,
    Tiefer Fall,
    Im Machtpoker der Nachbarn das Land geteilt und zerrieben –
    120 Jahre lang ist von Polen nichts übrig geblieben.
    Der Schrecken unzähliger Kriege –
    Nur Verlierer, für wenige nur kurzfristige Siege.
    Nazi-Terror, Massenmord, doppelte Vertreibung,
    Die Wende nach langer kommunistischer Diktatur,
    Stichwörter nur.
    Russland wird heute als Bedrohung empfunden,
    Hat man in Deutschland den Partner gefunden?
    Seit die Oder-Neiße-Grenze wird anerkannt,
    Ist die Gefahr aus dem Westen gebannt.

    Polen , ein großes Flächenstaat,
    Jetzt eine konservative, EU-skeptische, rechte Zentralregierung hat.
    123 Menschen auf den Quadratkilometer nur,
    Wald, Feuchtgebiete, intakte Natur,
    Viele Störche auf weiter und leerer Flur.
    Es dunkelt schon, ist fast 21 Uhr,
    Als Sauna- Zimmer uns schwitzen lassen im Kamena Hotel.
    Dann geht es ganz schnell:
    Gutes Essen im Restaurant um die Ecke
    Und dann mit vollem Magen unter die Decke.
    Oder den Fernseher an,
    Damit man es glauben kann:
    Aus ist der EM-Meister-Traum,
    Ist zerronnen wie Schaum.
    Sind leider noch nicht bei Bieluch gewesen,
    Dem weißen, weisen Geist in den Kreidestollen,
    Durch die wir morgen ’spazieren‘ wollen.
    Er hätte sicher unseren Endspiel-Wunsch erfüllt
    Und keinesfalls den französischen Ehrgeiz gestillt.

    Freitag, 08.07.16

    Die Sonne lacht, der Tisch gedeckt,
    das Frühstück schmeckt.
    Wo fang ich an mit der Eindrucksflut,
    Die uns heute erwarten tut?
    Natürlich bei Aneta und Joanna, unseren so netten Begleiterinnen von der Stadt
    Beim Rundgang, der so viel Interessantes zu bieten hat.
    Freundlich und ohne Hast –
    sogar mit einer Geheimtipp-Super-Eis- Rast –
    Üben wir, richtig auszusprechen den Namen Chełm, [Choom], –
    Hat – schon des Reimes wegen – einen Burgberg mit Bischofpalast und Dom.

    So gebildet und beschwingt
    Uns der doppelte Aufstieg wohl gelingt.
    Entzücktes Rufen
    nach 167 Stufen!
    Großartig der Blick vom Glockenturm auf Stadt und weites Land,
    Auf Ziegel- und Zementwerk in der Ferne, linker Hand,
    Auf Spätbarock, 18. Jahrhundert.
    Haben Bischofspalast, Stadttor und Basilika bewundert.
    Auch die russisch-orthodoxe Kirche besichtigen wir –
    In der alten Synagoge, gibt es heute statt Thora Steak und Bier.
    Vor 1939 lebten fast 50%  Juden hier!
    Holt uns die Vergangenheit schon ein?

    Viel weiter zurück führt unser nächster Besichtigungsschritt,
    Schlappe, sagen wir 145 Millionen Jahre, in die Kreidezeit-
    Dabei kommt man zwar leicht aus dem Tritt,
    Doch sind wir, gut geführt, gegen Gefahren gefeit,
    Bewegen uns durch kilometerlange Stollengänge  in einer Unterwelt.
    Schon im Mittelalter wurde gemeißelt unter den Häusern,
    begehrte Kreide zu gewinnen und dann zu veräußern,
    brachte den Bürgern viel Geld.
    So ausgehöhlt stand die Stadt dann auf unsicherem Grund.
    Heute strömen Touristen, ist für den Haushalt von Chełm sehr gesund.

    Schon wieder haben wir üppig und gut zu Mittag gegessen,
    Sind bei heißem Kaffee noch zusammengesessen,
    Haben auf eigene Faust nachmittags weiter besichtigt,
    Eindrücke ergänzt und berichtigt. –
    Zwar in der Größe mit Sindelfingen vergleichbar,
    Ist Chełms bunter, urbaner Charme unerreichbar.

    Erholungspause oder Schönheitsschlaf auf dem Zimmer –
    Ich sage nur „Dorothee“ – funktionieren immer.
    Mit dem Bus neuen Wohnblöcken und Villen entlang,
    Geht es zum städtischen Empfang
    Im bekannten Restaurant am Anglersee.
    Das Ambiente ist großartig, einfach „schee“!
    Die Vorspeisenplatten lassen Magensäfte fließen,
    Doch nur mit den Augen können wir sie genießen,
    denn niemand gibt das erlösende Zeichen,
    Bis sie dann herrlich gebratenen Forellen weichen.
    Dann setzt Stadtrat Schneider-Dölker die richtigen Akzente,
    Chełms Bürgermeister-Vize folgt ihm freundlich, behende.
    Die Stimmung könnte besser nicht sein,
    Es schmeckt das Bier, es schmeckt der Wein.
    Doch das Allerbeste:
    Wir sind willkommene Gäste!
    Hier hält man’s aus,
    Geht spät nach Haus.

    Samstag, 09.07.16

    Was für ein Tag!
    Ob ich es mag
    Oder auch nicht,
    Er passt nur schwer in ein Reisegedicht.
    Trotzdem der Versuch zu einem Bericht. –

    Der Samstag fing ziemlich banal an:
    7 Uhr Frühstück, 8 Uhr Abfahrt, war der neue Plan.
    War so angesetzt,
    Damit wir nicht durch den Tag werden gehetzt.
    Leider wurde er nicht umgesetzt.
    Türen verschlossen, nicht kommuniziert,
    Wir warten geduldig, bis etwas passiert.
    Mit Verspätung ist es dann soweit,
    Rührei und Kaffee stehen bereit.

    Dann Überraschung Nummer 2:
    Ewa ist ab jetzt mit dabei.
    Sie stellt sich vor, ist freundlich, elegant,
    Ist ganz einfach nur charmant.
    Was wir an ihr haben, wird schnell uns klar,
    Sie ist ein Reiseleiterstar,
    Ohne professionelle Routine oder Distanz
    Kümmert sie sich um alle und alles und das ganz.
    Und was mir besonders gut gefällt,
    Sie erzählt aus ihrer eigenen Erlebniswelt,
    Eröffnet uns so einen Blick hinter Fassaden und Kulissen,
    Den man sonst muss leider oft missen.
    Wichtige Zusammenhänge werden erklärt
    Und Geschichte ist dabei ihr Steckenpferd.

    Die Fahrt nach Kozlowka ist ganz schön weit,
    Führt durch leicht gewellte Landschaft mit Urlaubseffekt.
    Ewa nutzt die zur Verfügung stehende Zeit.
    Storchennest auf Storchennest wird entdeckt,
    Mindestens je ein Junges in ihnen steckt,
    Schließlich ist „jeder 4.Storch ein Pole“,
    Ein klassisches Ewa-Zitat.
    Doch was ist bei menschlicher Vermehrung sein Rat?
    Fehlt hier sogar im katholisch geprägten Polen die Tat?
    Sind die Störche zu sehr mit Froschschenkeln beschäftigt
    Oder liegt es am Glauben,
    Der Plastikstorch aus China würde alles besorgen?

    Gut vorbereitet kommen wir an im Schloss,
    Wo hoher polnischer Adel das Leben kräftig genoss,
    wie die Führung uns deutlich zeigte.
    Ursprünglich im 18. Jahrhundert gebaut,
    wurden Architekten und Künstler mit Erweiterungen betraut.
    Kein Zamoyski jedoch das Vermögen vergeigte,
    sondern durch Heirat weiter vermehrte.
    Einer jedoch nur die schöne Sophie begehrte.
    Unzählige Bilder von ihr
    Mit Kussmund hier,
    Lächelnd dort.
    Wundervolle Kachelöfen, wertvolle Möbel an jedem Ort,
    Monumentale Bilder, meist Kopien, in goldenen Rahmen,
    Jeder Quadratzentimeter Wand belegt von den Ahnen.
    Geschmackvoll bepflanzt und gestaltet der Park.

    Auf dem Weg nach Lublin schnelles Mittagessen,
    In nüchternem Saal, den kannste vergessen.

    Die Großstadt Lublin – erste Eindrücke nehmen wir auf,
    Hier nahm die kommunistische Nachkriegsgeschichte ihren Lauf.
    War einst wichtiges Handelszentrum,
    Und ging‘s um Rabbiner, die jüdische Uni kümmerte sich drum.
    350.000 Einwohner hat heute die Stadt, aber nur wenig Arbeitsplätze.
    In den Kohlerevieren im Norden erfüllen v.a. Maschinen die Fördersätze.
    Für die 100.000 Studenten in Lublin liegt Zukunft nicht in ihrer Hand.
    Viele von ihnen werden keine Arbeit finden im Land,
    sind zur Auswanderung verbannt
    Mit Folgen für Polen in vielen Bereichen:
    Ein Aderlass der Eliten –
    Einst auch zu Vorteil und Freude der Briten
    Heute jedoch sind sie nicht mehr so wohl gelitten.

    Am Parkplatz unter dem Schloss wartet schon Silvia in blauem Gewand,
    unsere Stadtführung liegt ganz in ihrer Hand .

    Nur eine brennende Lampe erinnert an das einstige Ghetto der Juden,
    Heute ist hier ein Park voller Musikfestival-Buden.
    Noch rechtzeitig sind wir in der Burg angekommen.
    Ein mächtiger, ziegelgemauerter Rundturm dominiert den Innenhof,
    Gegenüber steht fremd ein Gefängnisblock,  ist ziemlich doof.

    Wir besichtigen die Schlosskapelle,
    in Lublin wohl die schönste Stelle:
    ein wunderbarer, zweigeschossiger gotischer Bau,
    stellt einmalige Fresken zur Schau
    im Gewölbe, an Pfeilern und Wänden,
    1418 gestaltet von Künstlerhänden.
    Heilsgeschichte als großartiges Bilderbuch,
    nach byzantinisch-russischem Vorbild, jedoch nicht starr wie Ikonen,
    Sondern lebendig erzählt mit vielen Details, die sich lohnen.

    Draußen hat sich inzwischen eine dunkle Wand aufgebaut,
    Windlos wurden bedrohliche Wolken gestaut.
    Das Stadttor bietet Schutz, als der Regen prasselt
    Und Silvia die Erklärungen vermasselt.
    Aber unermüdlich redet sie gegen Nässe und schleichende Müdigkeit an.
    Das Verlangen nach einem Sitzplatz mit Kaffee ist leider nicht in ihrem Plan.
    Restaurierte Häuser stehen neben trostlosem Zerfall,
    weil Eigentumsverhältnisse noch nicht geklärt sind überall.
    Es gibt auf unserem Weg bloße Regen-Unterstand-Stationen,
    Aber auch viele Besichtigungs-Sensationen.
    Silvia spricht wiederholt – nicht ohne innere Rührung –
    Von einer  „ziemlich chaotischen“ Führung.
    Sie hatte es heute ziemlich schwer,
    Zumal die Zeit drängte
    Und zum nächsten Ziel uns lenkte.
    So manches Mal wäre weniger mehr!

    Laut Reiseagentur wir nur am Zaun des Lagers stehen sollten,
    Doch das war ganz und gar nicht, was wir wollten.
    Also wurde nach Protest schon morgens umdisponiert,
    wurde schnell und gut improvisiert,
    und uns öffneten sich die Schranken zur Hölle!

    Sehr sachlich und doch engagiert
    wurden wir von Silvia hervorragend geführt.
    Ließ Raum für Fragen und Gedanken.
    Dafür wir ganz herzlich ihr danken!

    Majdanek

    „Der Mensch ist des Menschen Wolf.“ (Hobbes)

    Konfrontiert mit dem Grauen,
    In tiefste Abgründe wir schauen.
    800.000 Paar Schuhe in der Lagerhalle…
    Der Himmel vergraut, Regen fällt,
    Hunderte Raben steigen auf, schwärzen den Himmel.
    Gaskammer und Krematorium,
    Fragen treiben uns um.
    Stimmen verstummen.
    Gedanken kreisen.
    Wo wäre ich gewesen?
    Ich kann mir nichts beweisen!

    „Das Glück der Spätgeborenen“ –
    Doch haben wir aus dem dunkelsten Kapitel unserer Geschichte gelernt?
    Stellen wir uns den Herausforderungen unserer Zeit
    Oder sitzen wir bloß in unseren Wohlstandsnischen
    Und lassen Fundamentalisten im Trüben fischen??
    Wie sieht wohl unsere Zukunft aus?
    Kommen wir über Hobbes hinaus
    Oder sind und bleiben wir Wölfe??!
    ———
    ———
    Ein Schlafwagenexpress bringt uns zurück ins Hotel,
    Erschöpft – doch wir erholen uns schnell.
    Dorothee hat einen besonderen Abend geplant,
    Der entwickelt sich zum Gegenpol,
    Tut uns allen sehr wohl.
    Und mancher hat davon gar nichts geahnt.
    Wir haben Gäste,  Chełms Deutschlehrerinnen sind eingeladen,
    Können in Deutsch sich heute baden,
    Beseitigen für uns die Sprachbarriere.
    Sie haben sich viel Zeit genommen und sind – für uns eine Ehre –
    Alle trotz Ferien in das Restaurant gekommen.
    Heißt „Hundert Freunde“, klingt wie ein Reise-Motto
    Und heute besonders, fast wie der Hauptgewinn im Lotto.
    Ein üppiges Büffet überquillt von Delikatessen
    Und längst nicht alles wird auch aufgegessen .
    Doch für den Nachtisch ist immer noch Platz,
    Unserer war dazu auch ein literarischer Schatz:
    Tinten-Tunke,
    Cornelia Funke,
    Goethe und Fontane,  gerappt und gelesen,
    Dazu jede Menge Unterrichtsmaterial,
    Bücher, CDs, Filme in großer Zahl,
    Praktische Hilfe für die Klassen allemal.
    Partnerschaft ist kein abstraktes Ideal, kein totes Papier,
    Und unsere Reise zeigt das hier.

    Sonntag, 10.07.16

    Das frühe Frühstück  hat heute prima geklappt,
    Sonntags-Sonne wird zwischen den Wolken ertappt,
    Die Koffer verladen,
    Sind wir bereit für neue Besichtigungs-Taten.
    Und trotz Programmvarianten  sitzt pünktlich ein jeder im Bus.
    Ein Ausflug in die Natur ist bei so einem Himmel ein Muss!

    Apropos Himmel: Wisst ihr, dass weder Sowjets, geschweige denn Zaren,
    Noch Amis die ersten im Weltraum waren?
    Es müssen Polen gewesen sein, und zwar schon vor vielen, vielen Jahren.
    Das lässt sich beweisen: Blickt einfach nach oben
    und im Nachthimmel droben
    Seht ihr einen großen Wagen stehen.
    Aber habt ihr den je einmal mit seinen vier Rädern gesehen? —

    Ein blöder Witz,
    Stammt nicht vom Fritz,
    Spiegelt Vorurteile und Klischees, die uns manipulierbar machen.
    Dagegen setzen wir auf Partner, Begegnung und Information,
    Wie auf ISPAS Reisen, bei uns klappt das schon.
    Wir können fragen, diskutieren, gemeinsam lachen
    Über persönliche und auch politische Sachen.
    Die einzige, die uns gegenüber etwas entgleiste,
    Saß in der Hotelrezeption – unter weißer Bluse sie vereiste.

    Freundlich und hilfsbereit, diszipliniert die Jungen schon
    Eindrucksvoll in ihren Feriengruppen.
    Propere Gärten und Dörfer mit sauberen Wegen,
    Die EU und Fördergelder für Polen ein warmer Regen
    Auffallend, wie viele neue Häuser hier stehen.
    Wachsendem Wohlstand kann man hier sehen..
    Andererseits in der Region die Pleite der Zuckerfabriken,
    Fabrikruinen sind hinter Bäumen zu erblicken.
    Und auch die vielen tausend Spargelbäume,
    Charakteristische Kiefern, Wald als Straßensäume,
    Werden nicht mehr in lokalen Fabriken als Papier enden.
    Wo wird man sie denn verwenden?
    Von Ewa gibt’s Antworten und gibt es noch einmal Geschichte:
    Heidnische Kosaken, Tataren, Pruzzen und Osmanen
    Sich kriegerisch den Weg durch Polen bahnen,
    Schweden und Deutsch-Orden-Heer
    Verwüsten das Land schwer.
    Weißer Adler auf rotem Grund, Unschuld und Blut, tragische Berichte.

    In Zamosc [Samosch]  Silvia uns wieder als Reiseleiterin erwartet.
    Was gibt heute ihr Kleiderschrank her?
    Winkt am Straßenrand, bald sehen wir mehr.
    Wie ist sie wohl heute früh in Lublin gestartet?
    Gruppenbewegende Fragen
    Zu Silvias Inszenierungsgaben!
    Wieder mit schmiegsamem Schal,
    Wieder mit Kunsthandwerk behangen,
    Bis in die Schuhe gestylt, kein Detail ist egal!
    Mit Geschmack zusammengestellt
    Ist ihre modische Farbenwelt.

    Nach kurzer Fahrt ein erster Stopp in der Natur,
    Hier ganz gezähmt, wieder Besitz der Zamoskis,
    Der reichsten Familie im Land bis in die Kommunistenzeit,
    Einst Kanzler und Königsmacher und immer profit-bereit.
    Gepflegte Wege, ohne die häufigen Stolperfallen, den so gemeinen,
    Wo Absätze versinken in tiefen Spalten zwischen den Steinen.
    Fontäne im See, die Kirche im Park, daneben die Brauerei,
    Locken Touristen und Einheimische  herbei.

    Imposant die Kirche in Gorecko Koscielne ganz aus Holz,
    Offensichtlich vieler Polen ihr Stolz.
    Kurort in guter Luft
    Mit betörendem Kräuterduft.
    Der Kreuzweg führt zu Eichen im Hain,
    Werden hunderte, vielleicht tausend Jahre alt sein.
    Bei Stopp Nummer drei
    Sind nicht alle dabei.
    Wir sind im Urwald angekommen,
    Geschützte grüne Natur und ein Bach hüpft in Wellen
    Über geologische Schwellen,
    Quasi Klein-Wasserfällen.
    Ihm entlang führt unser idyllischer Weg,
    Felsen, Bäume, auch so mancher Steg.
    Jedoch gerät er wohl zu steil, zu schnell und zu lang,
    Aber Silvia wird es dabei gar nicht bang.

    Mittagessen im nächsten Ort,
    Müssen nach 45 Minuten wieder fort.
    Die Suppe dampft schon am Platz,
    Dann Fleisch mit Buchweizengrütze, viel gelobter Kartoffelersatz,
    Danach leckerer Aprikosenkuchen,
    Nach noch besserem müsste man tagelang suchen.

    Zamosc wird eingefügt als nächstes Ziel,
    Wo Silvia uns verlassen will.
    Jan Zamoyski  – Ende 16. Jahrhundert – heißt wieder der Gründer,
    Angelte sich den Italiener Morando als seinen Stadterfinder,
    Der plante eine befestigte Stadt mit südlichem Flair,
    Das Rathaus mit Marktplatz und reichen Bürgerhäusern geben was her,
    Ausgelobt zum Weltkulturerbe,
    damit keines der bunten Gebäude verderbe.
    Im Schatten unter dem Sonnenschirm vor den Renaissance-Fassaden
    unsere Geschmacks- Papillen in Kaffee und Eis sich wundersam baden.

    Kostbaren Perlen gleich , die Weichsel als verbindendes Band,
    Lagen einst reiche Handelsstädte,  Sandomierz [Sandomesch]  und Krakau seien genannt.
    Die Fahrt zum heutigen Etappenziel nützt Ewa zur letzten Lektion,
    In Sandomierz verlässt sie uns dann schon.
    Kasimir III., auch der Große genannt , veränderte seinen Staat.
    Schuf, bis er 1370 starb, moderne Strukturen,
    Gründete die 1. Universität, hinterließ ein „Polen aus Stein“,
    So sagt man hier stolz,
    Denn geerbt hatte er noch ein „Polen aus Holz“.

    Der Handel blühte überall auf
    Nahm nach „Magdeburger Recht“ seinen Lauf,
    Machte die Kaufleute frei für ihre Geschäfte
    Einschränken durfte der Adel nicht ihre Kräfte.
    Hatten ihre eigene Gerichtsbarkeit,
    waren weltoffen und mächtig in ihrer Zeit.

    Über der Weichsel liegt Sandomierz, die schöne Stadt
    Mit Burg und Tor,
    Die Klosterkirche, reine Romanik, auf dem Hügel davor.
    Gotisch und eindrucksvoll die große gotische Kathedrale,
    steht eher geduckt etwas im Tale,
    Das Rathaus aber, ein mächtiger Backsteinbau, macht vor Staunen uns platt.

    Ideal gelegen ist unser Hotel,
    In der Altstadt ist man deshalb ganz schnell.
    Zudem kommt das ‚übersichtliche‘ Abendbüffet Kalorienbewussten entgegen,
    Um den Teller zu füllen, muss man sich eben mehrmals vom Tische bewegen.
    Wir genießen die laue Sommernacht,
    Genießen die genial beleuchtete Bauwerkpracht,
    Sitzen am Marktplatz lang draußen
    Und lassen das EM- Endspiel sausen.

    Montag, 11.07.16

    Aus Krakau angereist ist ein neuer Begleiter,
    [Lescheck] wird unser 4. Reiseleiter.
    Nur [Bischeck]  sitzt weiter am Steuer,
    Das ist wichtig, sogar ungeheuer,
    Denn bei ihm fühlen sich alle geborgen
    Wie in Abrahams Schoß, ganz ohne Sorgen
    Für heute und morgen.
    In Krakau angekommen,
    Hat [Lescheck] uns gleich auf die Burg mitgenommen.
    Ist ein drahtiger Mann,
    Der Geschichte gut kann,
    Weiß zu allem Geschichten dazu,
    Schaffen Hintergründe, machen anschaulich und lebendig in Nu.
    Ist dabei immer in schneller Bewegung,
    Und da der Tag sonnig und heiß,
    Fließt literweise Touristenschweiß.

    Zum Abenteuer wird der Gang durch die Kathedrale,
    Hier wird uns gar nichts geschenkt.
    Durch  Kapellen und Gruften er unsere Schritte lenkt,
    Zu Königsgräbern, Dichtern und Freiheitshelden,
    Stellen für Polen fast Wallfahrtsorte dar.
    Die Kombination sieht man bei uns eher selten.
    Katyn und Flugzeugabsturz, der jüngste Geschichte war,
    Russland als Feind immerdar.
    Auch auf den Turm sind wir gestiegen,
    kletterten wie Gämsen,
    nichts kann Wissensdurst bremsen,
    Und nur wenige sind unten geblieben.
    Der Rundgang durch die alte Stadt beeindruckt uns sehr:
    Großzügige Straßen, der Markthallenbau auf dem Riesenplatz, Kirchen und noch vieles mehr.

    Zum letzten Mal ist die Gruppe zusammengesessen,
    Hat noch einmal gut zu Mittag gegessen.
    Ein schneller Blick in den Hof der alten Universität,
    Dann ziemlich gehetzt, damit wir im Hotel nicht zu spät ,
    Wo Bus und Gepäck uns erwarten.

    Die Zimmer bezogen, [Lescheck] macht Überstunden,
    Bietet noch an, uns in der Marienkirche zu führen,
    Denn Vieles gibt es da zu bestaunen, zu studieren.
    Eine Gruppe hat sich zusammengefunden,
    Wer sich nicht schont,
    Wird für die Anstrengung reichlich gelohnt.
    [Lescheck] öffnet uns die Augen, staunen vor einem Vier-Flügelaltar,
    Wahrlich ein Prachtexemplar,
    Schnitzkunst in höchster Vollendung:
    Überlebensgroße Figuren, Heilsgeschichte plastisch erzählt,
    Szenen sorgsam ausgewählt:
    Marias Leben vom Beginn ihrer Sendung.
    Alt geworden sind nur ihre Hände,
    Ihr Tod aber bedeutet nicht Ende,
    Erst Himmelfahrt und Krönung begrenzen den Altar,
    dessen Schöpfer Ende des 14.Jahrhunderts ein Schwabe war.
    Veith Stoß, der große Meister aus Horb.

    Auch jetzt gab uns [Lescheck] noch keinen Korb.
    Einmal in Form,
    Bleibt sein Tatendrang weiter enorm.
    Mit der Straßenbahn fahren wir nach Kazimierz,
    Dem Vorort, wo Juden einst im „Schtedl“ wohnten,
    Wo Arbeiten in Schindlers Fabrik sie vielleicht vom Nazi-Mord verschonten.
    Im Stadtteil ist das Leben zurück,
    Überall gibt es abends Klezmer-Musik .
    Auch die Synagogen sind wieder offen,
    Lassen für die Zukunft hoffen.

    Pläne für den Abend werden gemacht.
    Das Gruppen-Programm ist vorbei
    und so haben wir frei.
    Ist das auch gut bedacht?
    Unser Hotel Royal
    Liegt ganz zentral,
    Macht alles möglich.
    In den Straßen pulsierendes Leben,
    Krakau beleuchtet ist wunderbar eben.

    Dienstag, 12.07.16

    Frühstück, Koffer verladen, alle sitzen im Bus,
    Regen auf der Fahrt,
    Pünktlicher Start,
    80 Minuten Flug und schon ist Schluss.
    Nach Sifi mit Bahn bzw. Hassler-Bus
    Mit vielen Eindrücken und Erinnerungen zurück,
    37 Polenreisende im Glück.
    Gelungen ist die Reise, wie ich fand,
    in unser östliches Nachbarland,
    So fern, so nah,
    Für Begegnungen der Menschen ist ISPAS da.

    Uli Fritz

    Bild: Peter Bausch
    Bild: Peter Bausch
    Bild: Uli Fritz
    Bild: Uli Fritz
  • Bürgerfahrt nach Chełm

    Zeitraum: 7. – 12.Juli 2016

    Um unsere Partnerstadt Chełm besser kennenzulernen und den Austauschgedanken zu vertiefen, haben wir eine Bürgerfahrt zu unserer Partnerstadt in Polen organisiert. Hier finden Sie die Einladung und die Eckpunkte des Programms.

    Bitte melden Sie sich bald an. Die Plätze werden in der Reihenfolge der Anmeldungen vergeben.