Festakt der Stadt Sindelfingen zu den Partnerschaftsjubiläen in den Jahren 2020 bis 2022 am 10.12.22 in Sindelfingen
Dronfield: 40 Jahre
Fotos: Dettenmeyer

Dronfield: 40 Jahre
Fotos: Dettenmeyer

Dieser Reisebericht zur ISPAS-Bürgerfahrt nach Dronfield erschien am 12. Oktober 2022 in der KREISZEITUNG Böblinger Bote:
Dass die Bürgerfahrt von ISPAS Sindelfingen in die englische Partnerstadt Dronfield kurz nach dem Tod der britischen Queen stattfinden würde, konnte niemand ahnen. Die Teilnehmer erlebten ein Land in Trauer. Aber auch viel Schönes.
Sindelfingen/Dronfield. Die Freundschaftsbande zu Sindelfingens britischer Partnerstadt Dronfield sind sehr eng und gegenseitige Besuche bei Bürgerfahrten und anderen Veranstaltungen wie dem Straßenfest zahlreich. Die Initiative Städtepartnerschaften Sindelfingen (ISPAS) organisierte dieses Jahr erneut eine Bürgerfahrt – in ein Land, das sich in kollektiver Trauer befand.
Die 24 Bürgerfahrt-Teilnehmer wurden am Flughafen von Janet und Howard Smith vom Dronfield Town Twinning Committee mit großer Herzlichkeit empfangen. Mit dem Bus ging es durch den ersten Nationalpark Englands, den Peak District, zur Partnerstadt. Bürgermeisterin Lilian Deighton begrüßte die Gruppe in der Lobby des Hotels und lud dazu ein, sich in das Kondolenzbuch zu Ehren der verstorbenen Königin Elisabeth II, das im Civic Center ausliege, einzutragen. Allgemeine Zustimmung der Deutschen.
Am Abend wurden die Sindelfinger von den englischen Freunden zu einem Besuch in einem typisch englischen Pub, dem Stags Head, abgeholt. In freundschaftlicher Runde verbrachten sie den Abend mit selbst gebrautem Bier, englischen Spezialitäten und anregenden Gesprächen.
Beim „Line Dancing“ gab es falsche Schritte und viel Gelächter
Am nächsten Morgen ging die Fahrt nach ausgiebigem englischen Frühstück mit dem Bus nach Renishaw Hall, einem Herrenhaus. Zunächst wandelte die Gruppe durch die 300 Hektar großen, gut gepflegten Parkanlagen, bestaunte die Stauden- und Rosenrabatten im Spätsommerflor und erhielt eine Führung durchs Haus. Es ist seit 1625 im Besitz der Sitwell-Familie, die im 16. und 17. Jahrhundert durch Eisenherstellung sehr reich wurde und deren Nachkommen dort heute noch leben. Nach dem Lunch ging es zurück nach Dronfield zur Ortsführung, mit Besuch des Hall Barn, der Bürger- und Kulturscheune, und der St. John’s Kirche. Am Abend gab es die offizielle Willkommenseinladung der Stadt in die Coal Aston Hall. Zum Essen wurden die traditionellen Peas and Pies (Erbsen, Minzsauce und Fleischpastete) sowie ein tolles Nachtischbüfett, das die Damen des Town Twinning Committees zubereitet hatten, gereicht. Das Trio der Stannington Reelers konnte fast alle motivieren, sich im „Line Dancing“ zu versuchen. Es gab falsche Schritte und viel Gelächter, sowohl Deutsche als auch Engländer hatten großen Spaß.
Am Samstag fuhr die Gruppe in Begleitung englischer Freunde nach Bakewell, bekannt durch den Bakewell Pudding, ein süßes englisches Gebäck. Nachmittags standen mit Castleton und Hope zwei typische englische Dörfer auf dem Programm. Dort teilte sich die Gruppe. Die einen machten eine zweistündige Wanderung im Tal, die anderen eine anspruchsvollere Wanderung zum Aussichtsberg Mom Tor – und einige besichtigten die Peak Cavern, eine Höhle, die bis 1915 noch bewohnt wurde.
Für Sonntag war eine Stadtführung durch das Zentrum von Sheffield angesetzt. Die Bochumer Partnerstadt war einst ein Zentrum der Metallverarbeitung. „Wir erfuhren viel über den Wandel von einer Industrie- zu einer Universitäts- und Bildungsstadt. Die Stadtführung war eine regelrechte Performance“, berichtet die Reisegruppe.
Weiter ging es zur Teatime in die Gosforth Lodge in Dronfield. Drei Jungs aus der Henry Fanshawe School spielten schon am Eingang Begrüßungsrhythmen. Innen warteten mit feinem Porzellan gedeckte Tische übervoll mit selbst gebackenen Kuchen und Sandwiches. Die Damen und Herren der Town Twinning Federation hatten das alles zum Wohle der deutschen Gäste vorbereitet. Diese waren überwältigt, und Andreas Schneider-Dölker bedankte sich im Namen von ISPAS mit warmherzigen Worten und kleinen Gastgeschenken bei allen Aktiven.
Am letzten Abend lud das Twinning Committee die Bürgergruppe zu einem Büfett, bei dem die beiden Partnerschaftsvereinigungen auf ihre langjährige Freundschaft anstoßen wollten. Es war der richtige Anlass für Ute Walker, Vize-Vorsitzende von ISPAS, sich bei den englischen Partnern für die tolle Organisation und das wunderbare Programm der gesamten Reise sowie für die verlässliche und lebendige Partnerschaft mit den Dronfielder Freunden zu bedanken. Sie lud die englische Bürgergruppe zum Gegenbesuch nach Sindelfingen 2024 ein und drückte ihre Freude aus, sich hoffentlich zum Straßenfest 2023 wiederzusehen.
Beisetzungsfeierlichkeiten am Großbildschirm im Pub verfolgt
Am Tag der Beisetzung der verstorbenen Königin ging es wieder nach Hause. So waren alle Geschäfte geschlossen, ebenso das Museum. Dafür hatte der Pub gegenüber der Kirche geöffnet. So konnten die Reisenden gemeinsam mit Bewohnern von Eyam bei einer Tasse Tee oder Kaffee und leckerer Torte im bequemen Loungebereich live die Zeremonie der Beisetzungsfeierlichkeiten am Großbildschirm mitten in England erleben.
(red). Besonders beeindruckt hat alle das Engagement, die Kontaktfreudigkeit und die Gastfreundschaft der englischen Freunde. Beide Seiten haben bei dieser Gelegenheit viel übereinander gelernt und sich gefreut, dass auch der Brexit nichts an der Tatsache geändert hat, wie wichtig Freundschaften und Gespräche über die Ländergrenzen hinweg sind und bleiben.
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Die Freundschaftsbande zu Sindelfingens britischer Partnerstadt Dronfield sind sehr eng und gegenseitige Besuche bei Bürgerfahrten und anderen Veranstaltungen (Straßenfest etc.) zahlreich. Die Initiative Städtepartnerschaften Sindelfingen (ISPAS e.V.) organisierte dieses Jahr erneut eine Bürgerfahrt vom 15. September bis 19. September in ein Land, das sich in kollektiver Trauer befand. (mehr …)
Manfred Hess, seit 25 Jahren Mitglied bei ISPAS, berichtet über die lange Geschichte des Schüleraustausches mit Dronfield, das ist quasi die Vorgeschichte unseres Vereins.

Roland Stein, zuständig für die Städtepartnerschaften im Sindelfinger Rathaus, berichtet, dass es Ende letzten Jahres eine Anfrage von SWR4 gab. Der Sender wollte mit Partnerstädten von Städten aus der Region ins Gespräch kommen, um über die Situation dort zu sprechen. Diese Interviews wurden im Rahmen des Mittagsmagazins ausgestrahlt.
Zitat: „Ich habe dem Redakteur unsere Partnerstadt Dronfield vorgeschlagen, zu der wir dank ISPAS sehr enge und aktive Beziehungen haben (eine Bedingung des Senders) und wir mit Julia eine deutschsprechende Interviewpartnerin haben (zweiter Wunsch des Senders). Julia habe ich natürlich vorher gefragt, ob sie mitmachen würde.“
Beigefügt das Interview:
https://www.ispas-ev.de/wp-content/uploads/2021/01/AUDIO-2021-01-03-20-49-28.mp3
Heute möchte Brigitte Stegmaier Ihnen einen Überblick darüber geben, wie es im Corona-Winter in unseren Partnerstädten aussieht. Mitte Dezember hat sie mit allen für unseren Verein zuständigen Personen Mail- oder Telefonkontakt gehabt. Hier nun die Mitteilung aus:
Dronfield: Mit unseren englischen Freunden besteht durch unsere Sprecherin und unseren Sprecher Ute Walker und Andreas Schneider-Dölker ab und zu ein digitaler Austausch, der allen viel Freude bereitet. Informationen darüber finden Sie auf unserer Homepage. Zur Lage in England: Am 02.12. ist England zu seinem 3-Stufen-System zurückgekehrt. Jede höhere Stufe, bei 1 beginnend, führt zu strengeren Restriktionen. Grundsätzlich müssen in öffentlichen Verkehrsmitteln, Krankenhäusern, Restaurants, Pubs, Cafés und Supermärkten Gesichtsmasken getragen werden. Die Regierungen in Schottland, Wales und Nordirland setzen eigene Maßnahme um. Die Impfungen haben begonnen.
04.11.2020 – Es ist wieder nichts geworden mit dem Präsenztreffen unserer Freunde in der Dronfield Town Twinning Federation. Ab diesem Donnerstag haben auch sie wieder einen Lockdown für 2 Wochen. Die Ausgestaltung ist mit unserem vergleichbar, nur ein bisschen strenger: Auch Friseure und Geschäfte haben geschlossen.
Für unsere Beziehung hatte das den netten Effekt, dass die englischen Freunde ihr Treffen wieder virtuell geplant und uns – Andreas Schneider-Dölker und Ute Walker – zum Meeting eingeladen haben. Pünktlich um 19 Uhr tauchten dann auf dem Bildschirm 17 Gesichter auf. Wir stellten fest, dass wir derzeit nahezu die gleiche Infektionsrate im Landkreis BB wie in North East Derbyshire haben. Das Vereinigte Königreich hat allerdings inzwischen schon viermal so viele Tote (47 Tsd.) wie Deutschland zu beklagen.
Wir sind erleichtert, dass derzeit alle Freunde gesund sind. Claudia und Julia berichten von den Schulen ihrer Kinder, diese wollen unbedingt einen Schüleraustausch mit Sindelfingen im nächsten Jahr organisieren. Unser Motto für einen Besuch in England bleibt erst mal weiterhin „watch and wait“.
Mit Blick auf Weihnachten in unseren Ländern sagt er mit der entsprechenden gestischen Unterstreichung, „normalerweise haben wir einen richtig großen Truthahn zum Weihnachtsessen, dass es auch für alle Gäste reicht. Dieses Jahr wird so ein kleines Hähnchen reichen“.
30.08./02.09.2020 – David Goater, Vorsitzender von TTC Dronfield und ISPAS-Sprecherin Ute Walker kommunizierten Ende August und Anfang September ein neuerliches Up-date der aktuellen Lage. Auf der Zoom-Sitzung unserer englischen Freunde vom Committee konnte am 2. September unser neu gewählter Vorstand bekannt gemacht und insbesondere auch Andreas Schneider-Dölker als Nachfolger von Dagmar Böhm als neuer Sprecher fürs Sprecher*innen- Team für Dronfield eingeführt werden. Das Ausscheiden von Dagmar aus der Position wurde von England mit großem Bedauern kommentiert. Ute erwähnte außerdem, dass es eine große Kraftanstrengung war, diese erste virtuelle Mitgliederversammlung für ISPAS zu organisieren.
Die Freunde in Dronfield hoffen alle sehr, dass ihr nächstes Meeting wieder als Präsenzveranstaltung durchgeführt werden kann. Derzeit dürfen sich max. 30 Personen treffen, vorausgesetzt, sie können 2 m soziale Distanz zueinander halten. Alle hoffen darauf, dass die Regeln im Oktober etwas erträglicher ausgestaltet werden und sie wieder mehr miteinander machen können. Sie haben den Eindruck, dass Deutschland besser durch die Krise kommt als sie auf der Insel und sie vermissen sehr den Chorgesang, den sie derzeit ebenso wenig pflegen können wie wir. Eine weitere Gemeinsamkeit.
Wir stimmten überein, dass es bisher keine Anzeichen gibt, dass wir die Pandemie vor nächstem Sommer beherrschen können. Ob unsere Reise nach England im September 21 stattfinden kann, bleibt also realistischerweise noch offen.
01.07.2020 – Manfred Hess, ein ISPAS-Mitglied, berichtet, dass Elaine Ward vom Twinning Committee in Dronfield die Idee zu einem Zoom Meeting am PC hatte und wissen wollte, ob von ISPAS-Seite Interesse bestand. Dem war so. Deshalb hat der auch in Sindelfingen wohlbekannte David Goater, Vorsitzender des TTC in Dronfield, die technische Organisation übernommen.
Elaine Ward, David Goater und weitere Mitglieder aus Dronfield nahmen am 1. Juli von 19 Uhr bis 19.40 Uhr mit Dagmar Böhm, Manfred Hess und Ulrike Egenolf aus Sindelfingen an diesem ersten Zoom Meeting teil. Sie tauschten sich über die Erfahrungen aus, wie Covid-19 das Leben in unseren beiden Städten beeinflusst hatte. Der Lockdown führte in beiden Städten zu sehr ähnlichen Lebensbedingungen und zu gleichen Einschränkungen (Einkaufen, Friseurbesuch, Gaststättenbesuch). Die gute Nachricht war, dass alle Teilnehmer und ihre Familien wohlauf sind.
„Es war sehr schön, so viele bekannte Gesichter in so kurzer Zeit sehen zu können und ein paar Gedanken austauschen zu können“, so Manfred Hess.