Autor: Brigitte Stegmaier

  • Baden-Württembergische Literaturtage Böblingen / Sindelfingen 2017

    Baden-Württembergische Literaturtage Böblingen / Sindelfingen 2017

    Tagebuchaufzeichnungen von Priska Steinebrunner, Frick / Schweiz

    Im Rahmen der Literaturtage in Sindelfingen reisten Elif und ich (Priska) dorthin, um an einem Schreibperformance-Workshop teilzunehmen. Wir blieben hier vom 16.10.17 bis zum 21.10.17.

    16.10.17

    Heute ging es los. Nach dem Mittagessen wurden wir von Gudrun Stauffer abgeholt und fuhren nach Sindelfingen. Nach einem kürzeren Aufenthalt im Haus ging es weiter in den Ortskern,

    wo wir die Schülerinnen aus Torgau trafen, etwas aßen und danach eine kurze Führung durch die Stadt erhielten. Sindelfingen erlebte im 20. Jahrhundert einen starken Bevölkerungsaufschwung, als die Daimler-Mercedes-Werke hierher verlegt wurden. Davor war Sindelfingen ein kleiner Ort mit einem mittelalterlichen Kern. Hier stehen sehr viele Fachwerkhäuser, für die Sindelfingen heute noch sehr bekannt ist. Das älteste Gebäude ist die Martinskirche, gebaut im romanischen Stil. Nach der Führung besuchten wir eine Lesung über das Buch Paula. Ich bin gespannt, was morgen kommt.

    17.10.17

    Heute ging der eigentliche Workshop los. Zuerst machten wir einige Kennenlern- und Aufwärmspiele, bevor wir anfingen, mit Peter Härtlings Gedicht «Du mit der Kinderstimme» zu arbeiten, eigene Eindrücke aufzuschreiben und dann darzustellen. Der Vormittag war sehr spannend und inspirierend. Nachmittags ging es nach Stuttgart. Eigentlich sollten wir eine Führung erhalten, doch der Führer tauchte nicht auf, und so machten wir unsere eigene Tour durch Stuttgart, aßen schwäbische Maultaschen und Eis und beendeten die Tour mit dem Besuch des Fernsehturms. Es war ein schöner, aber auch anstrengender Tag und ich bin froh, jetzt ins Bett zu können.

    18.10.17

    Der heutige Workshop unterschied sich nicht besonders von dem gestrigen. Wir arbeiteten mit unseren Texten, aber spielten auch auf der Bühne. Nach einem sehr gesunden Mittagessen bei McDonalds besuchten wir ein Museum, das extra für uns geöffnet hatte und betrachteten eine Lichtskulptur und verschiedene Bilder. Danach hatten wir die Möglichkeit, in einem Einkaufszentrum herumzulaufen, doch Elif und ich sind ziemlich schnell bei der Buchhandlung hängen geblieben. Später ging es zurück Richtung Stadtkern, wo wir etwas aßen und ein Jugendcafé besuchten. Um 19 Uhr begann dann die Lesung von Manfred Mai über seine Bücher Winterjahre und Frühlingsboten. Auch dieser Tag war sehr anstrengend, aber wir haben einiges gelernt.


    19.10.17

    Heute begannen wir mit der eigentlichen Ausarbeitung der Performance für morgen. Die beiden Theaterpädagoginnen hatten auf heute einen Ablauf zusammengeschrieben, den wir ausgearbeitet haben. Ich glaube, das wird eine sehr lustige und auch spannende Show. Nach dem Mittagessen ging es mit dem Kleinbus zu einem ehemaligen Kloster und Jagdschloss, welches wir besichtigten. Danach fuhren wir zur Fabrik von Ritter Sport, wo wir allerdings nur eine heiße Schokolade tranken und den Laden ausräumten. Allerdings muss man sagen, dass die Schweizer ein größeres Sortiment, aber auch die viel teurere Schokolade haben. Den Abend verbrachten wir in einem Jugendhaus in Darmsheim mit Air-Hockey, Billard, Tischfußball etc. Wir hatten viel Spaß und freuen uns auf morgen.

    20.10.17

    Heute war die Intensivprobe, die bis in den Nachmittag dauerte. Wir spielten die ganze Performance mehrmals durch, anfangs noch stockend und mit vielen Wiederholungen in den Szenen, dann aber flüssiger. Zum Mittagessen gab es Riesenpizzas, bei denen ein Stück so groß war wie vier normale Stücke. Nach der Probe hatten wir noch etwas Zeit bis zur Aufführung, die wir zum Eis essen und einem längeren Spaziergang nutzten. Die Nervosität stieg, bis wir schließlich alle hinter der Bühne standen und warteten, dass es losgeht. Die Aufführung war ein totaler Erfolg und die Zuschauer waren begeistert. Nachdem wir alles aufgeräumt hatten, gingen wir zusammen in das Gebäude der Musikschule, um dort zu essen und einfach zum letzten Mal zusammen zu sein, bevor es für die Torgauer und für uns zurück nach Hause geht. Morgen fahren wir ab. Es war eine tolle Woche, wir hatten viel Spaß und haben auch viel gelernt. Ich hoffe, wir können den Kontakt zu den anderen halten und vielleicht mal wieder bei so etwas mitmachen.

    Priska Steinebrunner

  • „Zurück in die Zukunft – Back to the future“

    „Zurück in die Zukunft – Back to the future“

    Wie sieht dein Land in 20 Jahren aus?

    Dies ist das Thema der diesjährigen Europäischen Jugendbegegnung 2017, die in der Zeit vom 10. bis 21. November in Sindelfingen stattfindet.

    Der Verein „Initiative Städtepartnerschaften Sindelfingen e.V. (ISPAS) freut sich sehr, dass zum achten Mal Gelder der EU über das europäische Förderprogramm «Erasmus+ Jugend in Aktion» genehmigt wurden, um ein großes, partnerschaftliches Jugendprojekt durchzuführen. Das interessante Thema wird innerhalb weniger Tage von den teilnehmenden Jugendlichen aus Deutschland, England, Frankreich, Italien, Kroatien, Polen und Ungarn erarbeitet. und in einer Theater-Performance  aufgeführt. Die Dozentinnen, langjährige Mitwirkende der Jugendprojekte des Vereins ISPAS, Annette von der Mülbe und Anke Marx konnten auch für das diesjährige Projekt gewonnen werden.

    Insgesamt nehmen 40 Jugendliche an diesem EU-Projekt teil, Alle treffen sich erstmals am Samstag, 11. November. Nach Begrüßung durch den Verein und einer Stadtführung stellen die Jugendlichen am Nachmittag ihre Schule, ihre Stadt und ihr Land vor. Am Abend um 19 Uhr findet im Gemeindehaus St. Maria, Goldbergstraße, der erste gemeinsame kulinarische Länderabend statt, zu dem herzlich eingeladen wird. Chelm / Polen kocht und stellt ihre Schule und ihre Stadt vor. Weitere kulinarische Länderabende finden mit Györ / Ungarn (12. November), Sondrio / Italien (16. November) und Jastrebarsko  / Kroatien (am 17. November) statt.

    Die ganze Gruppe mit allen Begleitlehrpersonen fährt am Mittwoch, 15. November, nach Straßburg um die EU-Stadt kennenzulernen und einen Bezug zur Arbeit der EU zu bekommen. Diese Fahrt wird von der Stadt Sindelfingen, Abteilung Internationale Beziehungen, Schwerpunkt „EUROPA“ organisiert. Am 16. November erhält die gesamte Gruppe eine zweistündige Werkführung Sindelfinger Mercedes-Benz-Werk / Daimler.

    Jedoch die meiste Zeit wird streng für das EU-Projekt gearbeitet. Der Workshop und die Proben finden alle im Jugendhaus „Das Süd“ statt. Dorthin wird herzlich zu den beiden Aufführungen am Samstag, 18. und Sonntag, 19. November jeweils um 19 Uhr, eingeladen. „Zurück in die Zukunft – Back to the future“ –  Wie sieht dein Land in 20 Jahren aus? Was die Jugendlichen durch ihre Gedanken und Ideen zusammen mit ihren Dozentinnen erarbeiten – darauf kann man nur gespannt sein -, aber es wird bestimmt ein einschneidendes Erlebnis werden.

    Kommen Sie zu den Vorstellungen ins Jugendhaus „Das Süd“ in der Schwertstraße 11/1, Sindelfingen. Der Eintritt ist frei, Spenden sind jederzeit willkommen.

    Zeitplan Jugendbegegnung als PDF

    Zeitplan Team Workshop als PDF

  • Was ist es, was wir am Horizont entdecken?

    Was ist es, was wir am Horizont entdecken?

    Literaturprojekt

    Eine Textcollage von Jugendlichen zu Versen von Peter Härtling

    ISPAS e.V., der die Freundschaften mit den Sindelfinger Partnerstädten pflegt, nahm die Baden-Württembergischen Theatertage zum Anlass, Jugendliche aus Torgau (Sachsen), Frick (Schweiz) und dem Berufskolleg der Gottlieb-Daimler-Schule2 zu einem Schreibwerkstatt- und Performance-Workshop einzuladen.

    Unter der Anleitung der Theaterpädagoginnen und Regisseurinnen Annette von der Mülbe und Anke Marx erarbeiteten 9 Jugendliche im Alter von 14 – 18 Jahren gemeinsam eine eigene Textcollage zu Versen von Peter Härtling aus dessen Gedichtszyklus HORIZONTTHEATER.

    Peter Härtling, der leider im Juli dieses Jahres mit 83 Jahren verstorben ist, war ein Kriegskind, ein Flüchtlingskind, ein Fremder und Heimatloser, der in Württemberg, in Nürtingen, schließlich doch ein Stück Heimat fand.

    Spannend war nun die Frage, ob die Jugendlichen den Mut aufbringen, sich ganz persönlich mit ihren Texten vorzustellen: Wie wirken die Verse von Peter Härtling auf Jugendliche von heute?

    Und das Ergebnis der gemeinsamen kreativen Arbeit war nicht nur spannend, sondern es war ganz einfach großartig: In dem gut besuchten Theaterkeller Sindelfingens hielten die Jugendlichen mit ihren Texten und Aktionen das Publikum 45 Minuten in Atem. Sie begannen mit den Versen von Peter Härtling: …“du, erzähl, wie dein Land verschwand…“, bildeten eine scheinbar undurchdringliche Mauer, die sich nur langsam auflöste, so dass sie ihr anfängliches Schweigen durchbrachen. Alle Jugendlichen trugen einzeln oder chorisch ihre Texte zu den Impulsen von Peter Härtling vor. Das drohende Verschwinden ihres Landes wurde in sehr persönlichen, sehr intimen Texten vorgetragen, wobei es nicht nur um Vertreibungs-Ängste ging, sondern auch um die spürbare Vereinzelung durch das moderne goldene Kalb „Handy“. Mit ganz einfachen Mitteln des „Armen Theaters“, mit Tüchern und Tischen, stellten die Jugendlichen Peter Härtlings Verse „erzähl vom blutenden Fluss und der halbierten Brücke“ in den Mittelpunkt ihrer Performance. Sie erzählten in ihren eigenen Texten von der Bedeutung des Flusses in ihrem verschwundenen Land, sie erzählten von den Sternen, die es nicht interessiert, ob auf der Erde ein schrecklicher Krieg wütet, und stellten in verschiedenen Texten „mein“ Land „deinem“ Land gegenüber. Dieser Teil der Performance endete mit einer von allen Jugendlichen dargestellten Flüchtlings-Ballade, bei der dem Publikum das Lachen immer wieder im Hals stecken blieb.

    Zum Schluss trugen alle – zuerst einzeln, dann chorisch – ihre „Horizont-Haikus“ vor, in der kürzesten Gedichtform der Welt. Viele sehr persönliche Facetten der Bedeutung von „Horizont“ wurden deutlich, besonders hallten die Worte einer der Jugendlichen nach, die den Zuhörern mit auf den Weg gab: „Der Abgrund der Welt / ist viel zu nahe an uns / gib auf dich Acht.“

    Als am Ende der Performance die Bühne wieder im Dunkeln versank, herrschte lange eine atemlose Stille, bevor dann das jugendliche und das ältere Publikum gemeinsam mit großer Begeisterung den glücklichen jugendlichen Künstlern und ihren beiden Regisseurinnen für diesen unvergesslichen Abend dankte.

  • Horizont-Theater

    Horizont-Theater

    Interkulturelle Performance EuropArt
    Interkulturelle Performance EuropArt

    Herzliche Einladung!

    Performance von Jugendlichen aus 3 Städten im Rahmen der 34. Baden-Württembergischen Literaturtage. Grundlage der Performance: Verse aus dem Gedichtszyklus von Peter Härtling „Horizonttheater“. Ein Jugendprojekt von ISPAS – Initiative Städtepartnerschaften Sindelfingen.

    Jugendliche im Alter von 15 – 17 Jahre aus Frick (Schweiz), aus Torgau (Sachsen) und aus Sindelfingen (Gottlieb-Daimler-Schule II) treffen sich vom 17. bis 20. Oktober auf Einladung von ISPAS e.V., dem Sindelfinger Verein für Städte-partnerschaften, für vier Tage.

    Peter Härtling, der im Juli diesen Jahres im Alter von 83 Jahren gestorben ist, verlor als 13-Jähriger Vater und Mutter, und wuchs mit seiner Schwester – nach der Flucht aus Mähren – in Nürtingen auf. Er schrieb Romane, Erzählungen, autobiografische Schriften, Kinderbücher und Gedichte.

    Die Gedichte von HORIZONTTHEATER zeichnen sich aus durch ihre einfache Schönheit: „Du, mit der Kinderstimme im Dunkeln: erzähl von verlassenen Straßen…“ Dies ist der Beginn des Gedichtes, das den Jugendlichen als Vorbereitung auf die Performance zugeschickt wurde und das sie zum Anlass für eigene freie Assoziationen nahmen.

    Interkulturelle Performance EuropArt

    Die Theaterpädagoginnen und Regisseurinnen Annette von der Mülbe und Anke Marx haben mit ihren interkulturellen Jugendprojekten immer wieder Aufsehen erregende Performances und Theaterstücke zur Aufführung gebracht. Man kann gespannt sein, zu welchen gemeinsamen kreativen Gestaltungen die Jugendlichen aus Frick, Torgau und Sindelfingen zum Thema Horizont-Theater gelangen. Die Ergebnisse präsentieren sie am 20. Oktober, 19.00 Uhr im Theaterkeller Sindelfingen. Der Eintritt ist frei, Spenden erbeten.

    Ulrich von der Mülbe / Brigitte Stegmaier

  • Nachruf für den ehemaligen Stadtpräsidenten von Schaffhausen

    Nachruf für den ehemaligen Stadtpräsidenten von Schaffhausen

    Dr. iur. Felix Schwank
    Dr. iur. Felix Schwank – 6.7.1922 – 4.8.2017

    Am Freitag, 4. August 2017 verstarb Felix Schwank nach kurzer, schwerer Krankheit nur wenige Wochen nach seinem 95. Geburtstag. Mit ihm verliert die Stadt Schaffhausen eine markante Persönlichkeit, die sich während einer langen politischen Laufbahn mit Herzblut für Schaffhausen eingesetzt und auch nach dem Rücktritt aus der aktiven Politik bis ins hohe Alter weiterhin rege am Geschehen Anteil genommen hat.

    1960 wurde der damals erst 38-Jährige in den Schaffhauser Stadtrat gewählt. Nach acht Jahren Stadtrat wählten ihn die Schaffhauser Stimmbürger – den Schaffhauserinnen war damals das Wählen und Abstimmen noch verwehrt – zu ihrem Stadtpräsidenten. Zwanzig Jahre blieb Felix Schwank im Amt, unbestritten, wenn auch nicht immer von allen gleichermaßen geliebt. Felix Schwank setzte mit einer neuen Bauordnung und der verkehrsfreien Innenstadt wichtige Akzente bei der Stadtentwicklung Schaffhausens. Ferner förderte er kulturelle Institutionen wie Museum zu Allerheiligen, Stadttheater, Bibliotheken und Stadtarchiv. Durch seine klaren Vorstellungen und seinen Willen, zu gestalten statt zu verwalten, prägte er die Stadt während zweier Jahrzehnte. Mit besonderer Hingabe widmete er sich der Förderung von Kunst und Kultur und im Besonderen der Förderung neuer künstlerischer Richtungen. Durch seine natürliche Autorität wie auch durch seine persönliche Ausstrahlung war Felix Schwank zu einer Vaterfigur, zu einem Stadtvater, geworden. Seine Amtszeit ging deshalb auch als «Ära Schwank» in die Stadtgeschichte ein. Felix Schwank gehörte nicht zu jenen Politikern, die unauffällig im Strom schwimmen. Er vertrat stets seine eigene Meinung, fand aber auch immer Ansatzpunkte zu vermitteln. Er konnte ein recht unbequemer und hartnäckiger Gesprächspartner sein; doch gaben seine Standpunkte immer wieder zu Diskussionen Anlass, die stets respektvoll und auf demokratische Weise geführt wurden. Für vergangene Ereignisse konnte er sich stets auf seine Tagebuchnotizen verlassen, die er sorgsam aufbewahrte. Felix Schwank hatte gesundheitlich auch im hohen Alter kaum Probleme, auch im Geist war er jung geblieben. Bis auf sein Gehör. Es war traurig, als er, naturverbunden wie er stets war, eines Tages sagen musste, „auf einmal hörte ich im Wald die Vögel nicht mehr, plötzlich war es totenstill“. Trotzdem wusste er auch damit umzugehen und verfolgte bis in die letzten Tage seines Lebens das Geschehen in nah und fern.

    Neben vielfältigen Kontakten zu Kommunen unterhält die Stadt Sindelfingen derzeit sieben offizielle Städtepartnerschaften und langjährige Freundschaften mit europäischen Partnern. Die erste Städtefreundschaft besteht seit 1948 mit Schaffhausen in der Schweiz. 1952 wurde diese Freundschaft mit einem Vertrag durch den damaligen Sindelfinger Oberbürgermeister Arthur Gruber und dem Schaffhauser Stadtpräsident Felix Schwank besiegelt. Die beiden Männer verband eine jahrelange Freundschaft, die sich nicht nur privat, sondern auch in städtebaulichen und organisatorischen Fragen auswirkte. Der ehemalige Sindelfinger Kulturamtsleiter Dieter E. Hülle hatte zu Felix Schwank ebenfalls freundschaftliche Kontakte. Einige Male lud er zu einer Lesung ins Foyer des Rathauses nach Sindelfingen ein, wo Felix Schwank aus seinen, von ihm erschienenen Büchern und Aufzeichnungen vorlas.

     

     

  • Schreibarbeit – Literaturtage Böblingen / Sindelfingen

    Schreibarbeit – Literaturtage Böblingen / Sindelfingen

    Der Verein „Initiative Städtepartnerschaften Sindelfingen“ (ISPAS) beteiligt sich an den diesjährigen Literaturtagen Böblingen / Sindelfingen, deren Leitthema „Schreibarbeit“ ist, mit einem Jugendprogramm:

    Jugendliche im Alter von 15 – 18 Jahren aus der Schweiz, Torgau und Sindelfingen, also maximal 12 bis 15 Jugendliche, treffen sich vom 17. – 20. Oktober in Sindelfingen zu einer Schreib-Performance-Werkstatt unter Anleitung der Theaterpädagoginnen und Regisseurinnen Anke Marx und Annette von der Mülbe.

    Thema dieser Schreib-Performance-Werkstatt ist „HORIZONTTHEATER“. Dies ist der Titel eines Gedichtzyklus von Peter Härtling. Aus diesen Gedichten haben die beiden Theaterpädagoginnen folgende Verse als Impuls für die Jugendlichen ausgewählt:

    Du,
    mit der Kinderstimme im Dunkeln:
    erzähl von verlassenen
    Straßen,

    und
    der halbierten Brücke,
    du,
    erzähl,
    wie dein Land
    verschwand.

    In einer Vorbereitungsphase bitten wir die Jugendlichen darum, zu diesen Zeilen etwas zu schreiben (Gedicht, Erzählung, Tagebucheintrag, Brief usw.) und uns dies zu schicken. Wenn sie möchten, können sie uns zusätzlich auch Fotos oder Collagen, die sie selbst angefertigt haben, schicken.

    Auf der Grundlage dieser Schreibarbeit, Fotos und Collagen bereiten die beiden Theaterpädagoginnen den Workshop vor.

    Der Ablauf dieses Workshops sieht wie folgt aus: Dienstag, 17.10., Mittwoch, 18.10. und Donnerstag 19.10., findet von 9.00 – 13.00 Uhr das Arbeiten mit den beiden Theaterpädagoginnen statt. Am Nachmittag dann das von ISPAS organisierte Beiprogramm.

    Am Freitag, 20.10. geht der Workshop über acht Stunden. Er endet mit einer Performance der Jugendlichen im Theaterkeller, Vaihinger Straße 14. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht.

     

  • „Zurück in die Zukunft – Back to the future“

    „Zurück in die Zukunft – Back to the future“

    Wie sieht dein Land in 20 Jahren aus?

    Dies ist das Thema der diesjährigen Europäischen Jugendbegegnung 2017, die in der Zeit vom 10. bis 21. November in Sindelfingen stattfindet.

    Der Verein „Initiative Städtepartnerschaften Sindelfingen e.V. (ISPAS) freut sich sehr, dass zum achten Mal Gelder der EU über das europäische Förderprogramm «Erasmus+ Jugend in Aktion» genehmigt wurden, um ein großes, partnerschaftliches Jugendprojekt durchzuführen. Das interessante Thema wird innerhalb weniger Tage von den teilnehmenden Jugendlichen aus Deutschland, England, Frankreich, Italien, Kroatien, Polen und Ungarn erarbeitet und am 18. und 19. November im Jugendhaus „Das Süd“ in der Schwertstraße in einer Theater-Performance aufgeführt. Die Dozentinnen, langjährige Mitwirkende der Jugendprojekte, Annette von der Mülbe und Anke Marx konnten auch für das diesjährige Projekt gewonnen werden. Ulrich von der Mülbe hat die künstlerische Leitung und Dorothea Bühler die Projektleitung übernommen. Ein Vorbereitungstreffen mit den Begleitlehrern aus allen teilnehmenden Ländern und je einer jugendlichen Person findet in Sindelfingen vom 21. bis 24. September statt. Bei diesem Treffen wird das von der EU genehmigte Projekt diskutiert und gemeinsam weiter entwickelt. Wir freuen uns, Sie über das Jugendprojekt auf dem Laufenden halten zu dürfen.

  • Leider bereits ausgebucht: Bürgerfahrt nach Sondrio

    Leider bereits ausgebucht: Bürgerfahrt nach Sondrio

    Liebe Mitglieder und Freunde unseres Vereins,

    sehr geehrte Damen und Herren,

    schon viel ist über unsere zweite Bürgerfahrt des Jahres gesprochen worden. Nun ist es endlich soweit, und ich kann Ihnen für die Bürgerfahrt nach Sondrio vom 28. September bis 03. Oktober 2017 Programminformationen und ein Anmeldeformular schicken.

    Panorama della città di Sondrio
    Panorama della città di Sondrio

    Diese Bürgerfahrt ist eine unserer bisher längsten Reisen. Sie dauert sechs Tage mit fünf Übernachtungen, die immer im gleichen Hotel sein werden. Der Name des Hotels wird Ihnen rechtzeitig mitgeteilt.

    Mit Hilfe von Frau Dr. Stefania Stoppani (Stadt Sondrio) wurde das Reiseprogramm zusammengestellt. Neben den gemeinsamen Aktivitäten werden Sie genügend freie Zeit haben, um Sondrio alleine zu erkunden oder eine kleine Wanderung durch die Weinberge zu machen. Dafür ist der Herbst die richtige Zeit.

    Bei Interesse an unserer Reise melden Sie sich bitte schnell an. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Um die Reise durchführen zu können, sollten 30 Personen mitfahren. Bitte schicken oder mailen Sie Ihre Anmeldung rechtzeitig, spätestens jedoch bis zum 10. September 2017 an mich zurück. Das detaillierte Programm erhalten Sie dann zusammen mit der Rechnung.

    Frau Dr. Gudrun Kemmerling und Frau Italia Frazzetta, in unserem Verein zuständig für Sondrio, werden diese Reise begleiten und ggfl. Dolmetschertätigkeiten übernehmen.

    Wir freuen uns, dass diese Bürgerfahrt nach Sondrio stattfinden kann und sind gespannt, wer sich für diese schöne Reise entscheidet.

    Brigitte Stegmaier

    Viele Grüße,

    Brigitte Stegmaier

    Vorsitzende

    Das Reiseprogramm kann hier heruntergeladen werden.

  • Bericht zur Bürgerfahrt in Sindelfingens Partnerstadt Torgau vom 29. Juni bis 02. Juli 2017

    Bericht zur Bürgerfahrt in Sindelfingens Partnerstadt Torgau vom 29. Juni bis 02. Juli 2017

    Die Reisegruppe vor Schloss Hartenfels, Torgau

    44 Reisende freuten sich auf die Bürgerfahrt nach Torgau; die Reise begann am Donnerstag pünktlich um 07:30 Uhr – leider bei strömendem Regen. Dies tat jedoch der guten Laune der Teilnehmenden keinen Abbruch.

    Die erste Station unserer Reise war Erfurt, Landeshauptstadt des Freistaates Thüringen. Nach einem leckeren, mittelalterlichen Mittagessen zwischen Ritterrüstungen und rustikalem Ambiente im Wirtshaus „Christoffel“ warteten zwei Gästeführer für den Stadtrundgang auf uns.

    In zwei Gruppen aufgeteilt, gingen wir durch den mittelalterlich geprägten Altstadtkern Erfurts. Vorbei am Collegium Maius, dem ehemaligen Hauptgebäude der Alten Universität und heutigem Landeskirchenamt der evangelischen Kirche. Am Fluss Gera machten wir Station an der Kramerbrücke. Die Kramerbrücke gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen und ältesten Bauwerken Erfurts. Die Besonderheit dieser Brücke ist, dass sie (so unser Stadtführer) die einzige Brücke Europas ist, die eine beidseitige, geschlossene Bebauung mit Fachwerkhäusern aufweist und sie ist Teil des alten Handelswegs „Via Regia“.

    Weiter ginge es zum Rathaus und zum „Fischmarkt“ mit seinen wunderschönen Patrizierhäusern aus der Renaissance.

    Erstmals urkundlich erwähnt wurde Erfurt 742 zusammen mit der Errichtung des Bistums Erfurt. Im Jahre 1389 wurde die Universität Erfurt als dritte Universität in Deutschland errichtet. Der bekannteste Student dieser Universität war ohne Frage Martin Luther.

    Eine weitere Station war der Waidspeicher. Erfurt gehörte bereits im 13. Jahrhundert zu den größten Waidmärkten des Reiches. Das Färberwaid oder auch „Deutsche Indigo“ wurde rund um Erfurt angebaut. Um aus dieser Pflanze die Blaue Farbe zu gewinnen, mussten die Blätter zunächst zu Mus verarbeitet und anschließend zu sogenannten Waidballen geformt und getrocknet werden. Für die endgültige Farbgewinnung, mussten nun die getrockneten Bällchen mit Harnstoff – damals also Urin – angefeuchtet werden. Harnstoff so begehrt, dass vor den Waidspeichern die Passanten sogar bezahlt wurden, wenn sie ihren Urin „abgaben“.

    Die knapp zweistündige Stadtführung endete auf dem Domplatz vor dem Erfurter Dom und der Severikirche. Sehenswert im Dom ist die „Gloriosa“, die größte freischwingende mittelalterlichen Kirchenglocke der Welt.

    Vom Domplatz hatten wir noch einen schönen Blick auf die barocke Zitadelle Peterberg. Für eine Besichtigung reichte leider die Zeit nicht mehr. Wir mussten ja weiter nach Torgau.

    Erfurt, Blick auf die Kramerbrücke

    In Torgau angekommen, bezogen wir unsere Hotelzimmer. Anschließend ging es gemeinsam zum Abendessen in das Restaurant „Herr Käthe“. Dort wartete als kulinarischer Abschluss des 1. Abends ein fünfgängiges ‚Reformationsmenü‘ auf uns mit allerlei Köstlichkeiten der damaligen Zeit. Als ersten Gang wurde eine Kürbissuppe serviert, weiter ging es mit einer mit Speck ummantelte Wachtel dazu Hirsebrei. Als dritten Gang gab es sautierten Flussfisch mit Flusskrebsen und anschließend als Hauptgang eine Entenkeule mit Erbsenbrei; zum Nachtisch wurden dann noch äußerst leckerer Plinsen (Pfannenkuchen) mit Apfelkompott aufgetischt. Bei diesem Essen wurden wir wirklich in die Zeit von Martin Luther versetzt. Müde und satt beendeten wir den ersten Tag unserer Reise

    Der zweite Tag, Freitag, war unser „Torgau-Tag“.
    Um 10 Uhr empfing uns Frau Oberbürgermeisterin Barth im wunderschönen Rathaus der Stadt. Bei Getränken und Keksen wurden wir mit einem Film über Luthers Frau Katherina auf unsere anschließende Stadtführung eingestimmt. Schülerinnen und Schülern des Torgauer Gymnasium haben diesen Film erarbeitet und produziert. Nach dem Empfang ging es mit Katharina von Bora (auch Herr Käthe oder Katharina Luther genannt) in Person von Frau Meinel, in Gewand und Sprache der Reformationszeit durch die schöne Stadt Torgau.

    Empfang durch Frau Oberbürgermeisterin Barth; hier Brigitte Stegmaier, Vorsitzende links, sowie Alexandra Keller, stellvertretende Vorsitzende, rechts

    Ein Stadtbummel durch die historische Altstadt von Torgau gleicht einer Zeitreise in die Renaissance. Besonders beeindruckend ist der Markt mit dem Renaissance-Rathaus und dem Ensemble prächtiger Patrizierhäuser. Zudem befinden sich in der Stadt das älteste Spielwarengeschäft Deutschlands und eine der ältesten Apotheken Sachsens, die Mohrenapotheke.

    Viel Zeit verbrachten wir in dem zum Museum ausgebauten Bürgermeister Ringenhain-Haus. Dieses von außen schlichte Bürgerhaus überrascht innen mit seinen aufwendig gestalteten Decken- und Wandgemälden des 16. Jahrhunderts. Historische Möbel und Einrichtung verschafften uns einen Einblick in die Lebensweise der damaligen Zeit. Das Ringenhain-Haus ist das kultur- und kunsthistorisch bedeutendste Bürgerhaus der Renaissance in Mitteldeutschland.

    „Torgaus Bauten übertreffen an Schönheit alle aus der Antike“, hat Martin Luther gesagt. Das gilt damals wie heute: 500 Baudenkmale im Stil der Renaissance und der Spätgotik machen Torgau in Sachsen zu einem städtebaulichen Kleinod von internationalem Rang.

    Der große Wendelstein

    Das beeindruckendste Bauwerk der Stadt ist Schloss Hartenfels mit dem großen Wendelstein: Wie ein Schneckenhaus führt die elegant gewundene steinerne Treppe nach oben. Die Schlosskirche wurde nach Luthers Vorgaben errichtet und von Reformator 1544 persönlich geweiht. Doch nicht nur Luther selbst wird in Torgau geehrt. 1552 floh seine Witwe vor der Pest mit ihren Kindern nach Torgau, wo sie kurz darauf verstarb. In ihrem Sterbehaus erinnert ein Museum an die „berühmteste Pfarrfrau der Welt“, Katharina von Bora.

    Stimmungsvoller Abschluss der Stadtführung war ein Orgelkonzert von Ekkehard Saretz in der Schlosskirche. Herr Saretz war schon des Öfteren für Orgelkonzerte in Sindelfingen.

    Der Nachmittag stand zur freien Verfügung, damit jeder Torgau für sich genießen konnte. Am Abend trafen sich alle im Café im Schloss. Diesen Abend organisierte für uns Eberhard Sowa, der seit vielen Jahren immer wieder zum Straßenfest nach Sindelfingen kommt, aber auch als Nikolaus an unserem Weihnachtsmarkt bekannt ist. Wir erfreuten uns an einem lecker leichten Sommerbüffet und Gesangseinlagen.

    Schlosskirche zu Wittenberg

    Der dritte Tag unserer Reise führte in die Lutherstadt Wittenberg.
    Wir begannen unsere Erkundigungen mit einer wunderschönen Panorama-Schifffahrt auf der Elbe. Die Fahrt führte uns zwei Stunden durch das UNESCO Weltnaturerbe „Flusslandschaft Elbe“, dem Biosphärenreservat Mittelelbe. Gemütlich schipperten wir durch die naturbelassene Auenlandschaft mit seiner einzigartigen Flora und Fauna. Zur Stärkung wurde uns an Bord noch ein kleines Mittagessen serviert.

    Thesentür an der Schlosskirche

    Nach der Schifffahrt gab es noch genügend Zeit, Wittenberg schon einmal vorab auf eigene Faust zu erkunden, bevor wir uns zur Stadtführung an der Schlosskirche trafen. Highlights der Stadtführung waren die vier UNESCO Weltkulturerben der Stadt: die Schlosskirche zu Wittenberg, die Stadtkirche St. Martin, das Melanchthonhaus sowie das Lutherhaus.

    Martin Luther und die Reformation machten zweifelsohne die Stadt Wittenberg weltberühmt. Entscheidend geprägt haben die heutige Lutherstadt lange vorher die askanischen Herzöge von Sachsen. Sie bestimmen die Kirche des Wittenberger Franziskanerklosters um 1270 zum Ort ihrer Familiengrablege.

    Die Schlosskirche war zu dieser Zeit auch die Aula der Universität. Die damalige hölzerne Kirchentür diente den Studenten und Professoren als „schwarzes Brett“, an das Martin Luther seine 95 Thesen angeschlagen hat. Die Originaltür wurde leider durch ein Feuer vernichtet. Heute ist eine prächtige Bronzetür angebracht, auf der die 95 Thesen dargestellt sind.

    Gemäldesignatur von Lucas Cranach

    Besonders interessant war die Anlage der Wohn- und Arbeitshäuser der Familie Lucas Cranach, der ein begnadeter Maler und ein ebensolcher Geschäftsmann war. Er war im Übrigen der einzige Maler, der Martin Luther porträtieren durfte. In der Stadtkirche St. Martin, dem ältesten Gebäude der Stadt, sind neben dem berühmten Reformationsaltar auch weitere Werke von Lucas Cranach dem Älteren sowie Lucas Cranach dem Jüngeren zu bestaunen. Die Gemäldesignatur von Lucas Cranach war die geflügelte Schlange und gilt als eins der ersten Warenzeichen der Welt. In der Werkstatt von Cranach wurden schätzungsweise 5.000 Gemälde erschaffen.

    Eine weitere Station unserer Stadtführung führte uns zum Wohnhaus von Philipp Melanchthon, einem Studienkollegen und Weggefährten Luthers.

    Das Lutherhaus, ein früheres Augustinerkloster, war nicht nur Wohnhaus der Familie Luther, sondern diente Martin Luther auch zu Vorlesungen vor Studenten aus aller Welt. Während sich Martin Luther mit geistigen Themen beschäftigte, führte Katharina den Haushalt wie ein mittelständisches Unternehmen. Ihr zu Ehren ziert eine Bronzestatue den Innenhof.

    Wieder zurück in Torgau ließen wir den Abend dank einer Einladung der Torgauer Feuerwehr mit sächsischen Bratwürsten und Bier ausklingen. Sehr interessant waren diverse Führungen durch das Feuerwehrmagazin.

    Der vierte und letzte Tag unserer Bürgerfahrt begann sehr früh um 7.30 Uhr mit der Abfahrt nach Weimar. Dort wurden wir bereits wieder von den Stadtführern erwartet. Weimar ist wohl die bekannteste Stadt im Freistaat Thüringen. Eng verbunden mit Weimar sind die Namen der Dichter Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller.

    Goethe-und Schiller-Denkmal in Weimar

    Noch heute sind die beiden Wohnhäuser von Goethe und Schiller die beliebtesten Ziele für Touristen. Das ehemalige Wohnhaus von Goethe am Frauenplan bietet Einblicke in die Wohn- und Arbeitsräume des bekanntesten deutschen Dichters. Unweit des Goethehauses befindet sich das Schillerhaus, in dem die Wohn- und Arbeitsräume von Schiller zu sehen sind.

    Vor dem Nationaltheater steht das Goethe-und-Schiller-Denkmal, das 1857 enthüllt wurde. Dieses Denkmal zeigt schön auf, dass Goethe und Schiller sich gegenseitig respektierten, aber wahrlich keine Freunde waren.

    Im Zentrum Weimars liegt der „Park an der Ilm“, dessen Gestaltung damals von Goethe stark beeinflusst wurde. In diesem Park befindet sich auch Goethes Gartenhaus, in welchem der Dichter zahlreichen seiner Werke schrieb.

    In der Stadtmitte befindet sich das Residenzschloss, das zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört.

    Als weiteres UNESCO Weltkulturerbe besuchten wir die Herderkirche (Stadtkirche St. Peter und Paul). Sehenswert ist in dieser Kirche das dreiflüglige Altarbild, welches von Lucas Cranach dem Älteren begonnen und von Lucas Cranach dem Jüngeren vollendet wurde. Auch Martin Luther war zwischen 1518 und 1540 des Öfteren in Weimar und predigte in der Stadtkirche.

    Als Gegensatz zur klassischen Seite Weimars präsentiert sich das moderne Weimar. Unter anderem wurde hier im Jahr 1919 das Bauhaus gegründet, welches für modernes Wohnen und für modernes Design steht. An die Anfangsjahre und die Geschichte der Bauhaus-Bewegung erinnert heute das Bauhaus-Museum.

    Nach einem Mittagessen im „Sächsischen Hof“ ging es mit unserem Bus der Firma Hassler Reisen wieder zurück nach Sindelfingen. Eine sehr schöne und informative Reise war zu Ende. Die Stadtführungen waren äußerst fachkundig und sehr informativ. Für uns alle war es nicht nur eine Reise in die Partnerstadt Torgau. Wir befanden uns vier Tage lang auf den Spuren von Martin Luther und tauchten ein in die Kultur- und Reformationszeit mit seiner Geschichte.

    In einem waren wir uns alle einig, auf die nächste Bürgerfahrt nach Torgau werden wir nicht wieder 13 Jahre warten, sondern diese definitiv früher planen. Die nächste Gelegenheit wäre ein Besuch der Landesgartenschau in Torgau 2022.

    Wir hoffen, dass Torgau zum 30jährigen Bestehen der Partnerschaft auch eine Bürgerfahrt nach Sindelfingen vorsieht – wir würden uns sehr darüber freuen.

    Text: Brigitte Stegmaier / Alexandra Keller, Fotos: Alexandra Keller / Werner Stähle

  • „Wir fühlen uns hier pudelwohl“

    „Wir fühlen uns hier pudelwohl“

    Torgau. Nach viel Stau und viel Regen bei der Anreise brachten die Torgauer Gastgeber ihren Sindelfinger Gästen am Donnerstagabend sowie am gestrigen Freitag ein Viel an Gastfreundschaft entgegen.

    Auf Initiative des Vereins „Initiative Städtepartnerschaften Sindelfingen“ (ISPAS) weilen noch bis zum morgigen Sonntag gut 40 Gäste aus Torgaus Partnerstadt in der Großen Kreisstadt. Die Bürgerfahrt, deren Plätze sehr schnell belegt waren, steht ganz im Zeichen der Reformation. Das wurde auch gestern zum offiziellen Empfang im Rathaus deutlich: Bei diesem wurden die Gäste unter anderem mit einem Film, den Schüler des Johann-Walter-Gymnasiums im Zuge des Theaterprojekts „HerrInnen Käthe“ produzierten, auf die Rolle Torgaus für die Reformation eingestimmt.

    In der Hauptrolle: Katharina von Bora beziehungsweise Luther. Doch „Käthe“ sollte es gestern nicht nur als Bewegtbild geben. So sorgte schließlich eine entsprechend ausstaffierte Silvia Meinel vom TIC dafür, dass die Sindelfinger vorm gemeinschaftlichen Abend im Schloß-Café und einem Orgelkonzert mit Ekkehard Saretz in der Schlosskapelle noch eine historische Stadtführung mit Katharina erleben konnten.

    Mit Silvia Meinel ging es im Anschluss an den offiziellen Empfang zu einer Stadtführung. Foto: TZ/C. Wendt

    Doch schon zuvor zeigte sich ISPAS-Chefin Brigitte Stegmeier von Torgau begeistert. Und Alexandra Keller, die ebenso im Verein aktiv ist, pflichtete ihr bei. „Wir fühlen uns hier pudelwohl“, sagte Keller. Am heutigen Samstag begeben sich die Sindelfinger auf Entdeckungstour nach Wittenberg. Nach der Anreise über Erfurt will man morgen auf der Heimtour noch einen Halt in Weimar einlegen.

    Torgauer Zeitung Redakteur Christian Wendt